11.12.2016
Segunda Liga (18. Spieltag)
Estádio do Mar, Matosinhos (POR)
Zuschauer: 742

Da das ers­te Spiel heu­te bereits um kurz nach 11 begin­nen soll­te, hieß es für uns frü­her als am Tag zuvor aus dem Bett zu kom­men. Also erst­mal ab in die Dusche um rich­tig wach zu wer­den. Das klapp­te an die­sem Tag nicht ganz so gut, wodurch ich mit einem lau­ten Knall aus der Dusche flog, dabei auf mei­nen Allerwertesten krach­te und mit mei­ner Schulter die Klobrille abriss. Innerhalb kür­zes­ter Zeit stand Fabi neben mir im Badezimmer um zu über­prü­fen ob ich noch leben wür­de. Bis auf einen blau­en Fleck, der mir eini­ge Tage erhal­ten blieb, habe ich zum Glück kei­ne wei­te­ren Schäden davon­ge­tra­gen und nach­dem der ers­te Schreck ver­gan­gen war, amü­sier­ten wir uns köst­lich über das gera­de Geschehene.
Wenigstens das mit dem Wachwerden hat auf die­se Art gut funk­tio­niert und wir mach­ten uns bald mit der Metro auf den Weg nach Matosinhos. Dort soll­te das Zweitligaspiel zwi­schen dem in Matosinhos ansäs­si­gen Leixões SC und Portimonense statt­fin­den.
Als wir an der Haltestelle am Stadion anka­men, wur­de Gonçalo, ein Supporter von Leixões SC, auf uns auf­merk­sam und sprach uns an. Er erzähl­te uns, dass er uns schon am Vorabend bemerkt hat­te, als auch er das Spiel von Boavista besuch­te. Des Weiteren war er dar­an inter­es­siert von wo wir kom­men und er lud uns ein das Spiel mit ihm zusam­men zu ver­fol­gen. So kamen wir in den Genuss, die von den Ultras zum Verkauf ange­bo­te­nen und ver­güns­tig­ten Eintrittskarten zu erhal­ten. Aus 8 € wur­den damit ledig­lich 3 € für den Eintritt. Doch bevor es ins Stadion ging, bat uns Gonçalo ihn noch in die nahe­ge­le­ge­ne Kneipe zu beglei­ten, um ein Bier mit ihm zu trin­ken. Aus einem Bier wur­den zwei, sodass man mit leich­ter Verspätung den Ground enter­te.
Wie schon am Vortag das Estádio do Varzim, kommt auch das Estádio do Mar soli­de daher und ist für Zweitligaverhältnisse völ­lig aus­rei­chend. Mit sei­nen zwei gro­ßen über­dach­ten Sitzplatztribünen und den Stufen hin­ter dem Tor ist das Estádio do Mar mei­ner Meinung nach sogar noch etwas schi­cker als das Stadion in Varzim.
Der größ­te Erfolg in der Geschichte von Leixões war der Gewinn des por­tu­gie­si­schen Pokals 1961, zudem spiel­te der Leixões SC von 2007 an für 3 Jahre in der ers­ten Liga Portugals. 2002 erreich­te man als Drittligist erneut das Finale des Pokals, wodurch man am UEFA Cup teil­neh­men durf­te und dort in der ers­ten Runde gegen PAOK aus­schied.
Trotz der beein­dru­cken­den Vergangenheit sei­nes Vereins, ist Gonçalo der Auffassung, dass Leixões spie­le­risch nicht wirk­lich das Wahre im por­tu­gie­si­schen Fußball ist. Die Ultras sind sei­ner Meinung nach aber abso­lu­te Spitzenklasse. Und tat­säch­lich wuss­ten die „Ultras Máfia Vermelha“ zu gefal­len. Die rund 200 Ultras waren wäh­rend des Spiels durch­gän­gig am Singen und sowohl Tifo, als auch Melodien der Lieder konn­ten über­zeu­gen.
Der Gastmannschaft folg­ten gut 20 Fans aus der 550 km ent­fern­ten, ganz im Süden gele­ge­nen Stadt Portimão. Bis auf eine Zaunfahne konn­ten sie aber weder optisch, noch akus­tisch auf sich auf­merk­sam machen.
Das Spiel ende­te tor­los und nach­dem wir im Anschluss an die Partie noch ein Foto mit Gonçalo schos­sen, mach­ten wir uns auf den Weg zum zwei­ten Spiel des Tages. Ziemlich uner­war­tet trenn­ten sich an die­sem Punkt auch die Wege der Reisegruppe Koblenz.