18.02.2018
Challenge League (21. Spieltag)
Rheinpark Stadion, Vaduz (LIE)
Zuschauer: 1.416

Nachdem sich der FC Wohlen zu Beginn der Sai­son noch gegen den an­bah­nen­den Zwangs­ab­stieg weh­ren konn­te, kün­dig­ten die Frei­ämter nach 16 Jahren Zweit­klas­sig­keit pünkt­lich zum Jah­res­wech­sel den frei­wil­li­gen Rück­zug aus dem Pro­fi­fuß­ball an. Die fi­nan­zi­elle Not­lage und viel zu stren­ge Auf­lagen des Schwei­zer Fuß­ball­ver­ban­des hat­ten den Club letzt­end­lich dazu ge­trie­ben. In wel­cher Liga es nächs­te Sai­son wei­ter­ge­hen wird ist noch offen und dem FCW bleibt nichts ande­res übrig als sich in den rest­lichen Spielen ge­büh­rend aus der zwei­ten Liga zu ver­ab­schie­den. Auch wir woll­ten uns auf der Ab­schieds­tour des FC Wohlen noch­mal bli­cken las­sen und so konn­te man mit dem Aus­wärts­spiel in Vaduz gleich noch einen neu­en Län­der­punkt ein­tü­ten.
Am frü­hen Morgen traf man sich mit Fabi, Gras und Nadim um die 5 ½-stün­dige Fahrt gen Liech­ten­stein an­zu­tre­ten. Dank in­te­res­san­ter, aber auch teil­weise ni­veau­lo­ser Ge­sprä­che ver­ging die Zeit wie im Flug und man er­reichte bereits um kurz nach 14 Uhr die mit nur 5.500 Ein­woh­nern zweit­kleinste Haupt­stadt Eu­ro­pas. Dort soll­te mit dem Schloss Vaduz zunächst das kul­tu­relle Aus­hän­ge­schild Liech­ten­steins be­sich­tigt wer­den. Das Schloss liegt auf einer Fels­ter­ras­se ober­halb der Stadt und ist mit dem Auto gut er­reich­bar. Das An­we­sen befin­det sich zwar im Pri­vat­be­sitz der fürst­li­chen Fa­mi­lie und steht der Öf­fent­lich­keit nicht offen, zum Über­brü­cken der War­te­zeit war ein kur­zer Ab­ste­cher ans Schloss aber trotz­dem ganz nett. An­schlie­ßend stand das Zweit­liga­spiel im Rhein­park Sta­dion auf dem Pro­gramm. Wie der Name schon sagt, liegt das Stadion im Rhein­tal unweit des Rheins. Wenn man es nicht schon vor­her gewusst hät­te, wäre der Al­pen­rhein für uns jedoch kaum als sol­cher erkenn­bar gewe­sen, da man als Rhein­länder ein­fach grö­ße­re Aus­maße des Flus­ses gewohnt ist.
Am Sta­dion­tor be­sorg­ten wir uns er­mä­ßigte Ti­ckets für 15 CHF und bega­ben uns ins Innere des Grounds. Das Rhein­park Sta­dion ist das Na­tio­nal­sta­dion Liech­ten­steins und bie­tet mit sei­nen vier frei­ste­hen­den Sitz­platz­tri­bü­nen Platz für ins­ge­samt 7.800 Zu­schauer. Neben den Län­der­spie­len der Liech­ten­stei­ner Na­tio­nal­mann­schaft wer­den dort zudem die Spiele des FC Vaduz aus­ge­tra­gen. Der FC Vaduz ist der er­folg­reichste Fuß­ball­ver­ein Liech­ten­steins und hat bis­her vier Spiel­zei­ten in der Schwei­zer Super League hin­ter sich. Zudem durf­te man auf­grund des all­jähr­li­chen Ge­winns des Liech­ten­stei­ner Cups gan­ze 66 Spiele im Eu­ro­pa­po­kal be­strei­ten.
Nach of­fi­zi­el­len An­ga­ben fan­den sich heu­te 1.400 Zu­schauer im Sta­dion ein um den Kick um die gol­dene Ana­nas mit­zu­er­le­ben. Die Zu­schau­er­zahl wur­de jedoch etwas be­schö­nigt, in der Re­a­li­tät waren viel­leicht ma­gere 400 Zu­schauer anwe­send. Davon um die 15 Gäs­te­fans, die das Beste aus ihrer Si­tua­tion mach­ten und ihr Team akus­tisch und auch op­tisch mit Hilfe von Dop­pel­hal­tern und Schwenk­fah­nen un­ter­stütz­ten. Auf der Ge­gen­seite sam­melte sich hin­ter der Zaun­fahne „Sek­tion Nord Vaduz“ ein eben­falls ca. 15-köp­fi­ger Mob, wirk­lich was rei­ßen konn­ten sie al­ler­dings nicht. Das Spiel an sich war heu­te eine ganz kla­re An­ge­le­gen­heit. Nachdem der FC Vaduz bereits zu Beginn der ers­ten Hälfte etli­che hoch­ka­rä­tige Tor­chan­cen ver­gab, fiel in der 42. Mi­nute der hoch­ver­diente Füh­rungs­tref­fer. Danach nahm das Spiel sei­nen Lauf und der FC Vaduz konn­te noch vier­mal ein­net­zen. Alles in allem noch ein glück­liches Er­geb­nis für den FC Wohlen, denn auch ein zwei­stel­liges End­er­geb­nis wäre bei ef­fek­ti­ve­rer Chan­cen­aus­wer­tung durch­aus im Bereich des Mög­li­chen gewe­sen. Ku­li­na­risch gese­hen wur­de neben dem ob­li­ga­to­ri­schen Frei­bier von Löwen­garten ein Cer­ve­lat für 5 CHF pro­biert und für sehr schmack­haft be­funden. Nach Spiel­ende ging es für uns auf di­rek­tem Wege vom Al­pen­rhein in die schö­ne Stadt am Zu­sam­men­fluss von Rhein und Mosel.