28.04.2018
HET liga (26. Spieltag)
Městský sta­di­on – Vítkovice Aréna, Ostrava-Vítkovice (CZE)
Zuschauer: 15.020

Da der Ver­ein be­reits eini­ge Tage vor­her schon ver­kün­de­te, dass das Top­spiel ge­gen Sparta Prag aus­ver­kauft sein soll, hieß es in Ostrava erst­mal Ti­ckets zu be­schaf­fen. Glück­li­cher­weise ge­lang dies bes­ser als ge­dacht und so konn­te man an der Ta­ges­kas­se, an der noch ein letz­tes Rest­kon­tin­gent hin­ter­legt war, für 250 Kč drei Ti­ckets er­gat­tern. So hat­ten wir noch etwas Zeit in einer be­nach­bar­ten Kneipe ein Bier zu trin­ken, bevor wir gut eine Stunde vor Spiel­be­ginn den Ground en­ter­ten. Beim Pas­sie­ren des Sta­dion­tors sah man gleich auf­fal­lend vie­le weiß ge­klei­de­te Heim­fans, wodurch wir heu­te be­son­ders aus der Menge sta­chen. Spä­ter stell­te sich her­aus, dass Baník die Fans im Vor­feld dazu auf­ge­for­dert hat­te aus­schließ­lich in wei­ßer Klei­dung zu er­schei­nen. Bevor wir uns auf unse­re Sitz­plätze auf der Hin­ter­tor­tri­büne be­ga­ben, gönn­ten wir uns zu­nächst et­was ge­gen den auf­kom­men­den Hun­ger. An­statt der üb­li­chen Klo­basa hol­ten wir uns dies­mal Bram­bo­ráky, die her­kömm­li­chen Rei­be­ku­chen ähneln und ab­so­lut zu em­pfeh­len sind. Da unse­re zu­ge­wie­se­nen Plätze kei­ne gute Sicht auf den Gäs­te­block bo­ten, war­te­ten wir bis kurz vor An­pfiff, um auf ein paar frei ge­blie­bene Plätze zu wech­seln, von denen wir bei­de Fan­szenen im Blick hat­ten. Über 15.000 Zu­schau­er fan­den sich heu­te im Ostrauer Městský sta­di­on ein, wodurch das Sta­dion wie er­war­tet an­nä­hernd aus­ver­kauft war. Vor allem durch das ein­heit­lich in weiß ge­klei­dete Pu­bli­kum gaben die ge­füll­ten Ränge ein net­tes Bild ab. Fan­tech­nisch kam man hier heu­te ge­ne­rell voll auf sei­ne Kos­ten. Die Heim­fans prä­sen­tie­rten gleich zwei gro­ße Cho­reos, die über die kom­plette Ge­gen­ge­rade gin­gen, sowie eine klei­nere aus blau­en und wei­ßen auf­blas­baren Stan­gen be­ste­hen­de Cho­reo auf der Hin­ter­tor­seite. Zudem sah man im Heim­be­reich zwei grö­ßere Py­ro­shows, bei denen ein­mal bun­te Rauch­töpfe und ein­mal im Block ver­teilte Ben­ga­los ge­zün­det wur­den. Die ca. 300 an­ge­reis­ten Sparta Prag-An­hän­ger hat­ten jedoch auch rich­tig Bock heu­te. Mitte der ers­ten Halb­zeit sah man auch dort ver­ein­zelt Py­ro­tech­nik und nach einem zwi­schen­zei­ti­gen Rück­stand es­ka­lier­te die Si­tua­tion im Gäs­te­block voll­stän­dig. Neben ei­ni­gen Po­len­böl­lern und min­des­tens 50 Sitz­scha­len, fand so­gar ein Müll­con­tai­ner den Weg vom Gäs­te­block in den In­nen­raum des Sta­di­ons. Nach 30-minü­ti­gem Aus­ras­ten hat­te schließ­lich auch die Staats­macht die Nase voll und stürm­te den Sparta-Block, wor­auf­hin im Gäs­te­block zwar erst­mal Ruhe ein­kehr­te, der Spaß dafür aber schein­bar hin­ter der Tri­büne fort­ge­setzt wur­de. Wäh­rend das Spiel in Deutsch­land schon längst ab­ge­bro­chen und an­schlie­ßend mo­na­te­lang medi­al aus­ge­schlach­tet wor­den wäre, stör­te sich der tsche­chi­sche Schieds­rich­ter kei­nes­wegs an den Aus­schrei­tun­gen. So sah man auf dem Platz ein wirk­lich span­nen­des und ab­wechs­lungs­rei­ches Spiel, in dem der drei­ma­li­ge tsche­cho­slo­wa­ki­sche, sowie ein­ma­li­ge tsche­chi­sche Meis­ter aus Ostrava am Ende mit 3:2 ge­win­nen konn­te. Mit dem heu­ti­gen Sieg gegen den Ta­bel­len­vier­ten aus Prag gab es somit drei ganz wich­tige Punkte für Baník Ostrava, die dabei hel­fen soll­ten dem dies­jäh­ri­gen dro­hen­den Ab­stieg doch noch zu ent­ge­hen. Alles in allem ei­nig­ten wir uns nach Spiel­ende da­rauf vom Ge­samt­pa­ket her das bes­te Spiel der letz­ten Jah­re ge­se­hen zu haben. Glück­lich und zu­frie­den tra­ten wir an­schlie­ßend die 6-stün­dige Rück­fahrt gen Fran­ken­wald an, bei der man das gera­de er­leb­te noch­mals Revue pas­sie­ren ließ.