Sportplatzhänger

Fußball • Groundhopping • Reisen

SV Steinwenden – VfR Wormatia Worms 1:7


24.10.2018
Verbandspokal Südwest (Achtelfinale)
Reichswald-Stadion, Ramstein-Miesenbach
Zuschauer: 391

RFC Liège – KSK Heist 1:1


21.10.2018
Eerste klas­se ama­teurs (8. Spieltag)
Stade de la Rue de la Tonne, Lüttich (BEL)
Zuschauer: 1.500

CS Sedan Ardennes – Stade de Reims II 1:0


20.10.2018
Championnat National 2, Groupe D (9. Spieltag)
Stade Louis-Dugauguez, Sedan (FRA)
Zuschauer: 2.058

SV Morbach – TuS Koblenz 0:1 n.V.


17.10.2018
Rheinlandpokal (Achtelfinale)
Sportzentrum Morbach, Morbach
Zuschauer: 620

Im Achtelfinale des Rheinlandpokals traf die TuS Koblenz auf den Rheinlandligisten SV Morbach. Bei Ankunft am Morbacher Sportzentrum bemerk­te ich zu mei­ner Freude, dass das heu­ti­ge Spiel nicht im bereits besuch­ten Alfons-Jakob-Stadion, son­dern auf des­sen Nebenplatz aus­ge­tra­gen wer­den soll­te. Dieser ist beid­sei­tig mit drei Stufen aus­ge­baut und hat hin­ter einem Tor einen Graswall vor­zu­wei­sen. Obwohl heu­te sogar über die vol­le Spielzeit sup­por­tet wur­de, konn­te die Mannschaft nicht an die Leistung der vori­gen Spiele anknüp­fen. So stand es nach 90 Minuten noch 0:0, wodurch es in die Verlängerung ging. Dort konn­te die TuS schließ­lich zum erlö­sen­den 1:0 ein­net­zen und so das Ticket fürs Viertelfinale lösen.

SV Wiesbaden 1899 – DJK 1. SC Klarenthal 2:4


14.10.2018
Kreisoberliga Wiesbaden (14. Spieltag)
Helmut-Schön-Sportpark, Wiesbaden
Zuschauer: 150

Nachdem ein Besuch im Helmut-Schön-Sportpark schon oft ange­peilt und dann doch nie in Angriff genom­men wur­de, war es nun end­lich soweit. So ging es zusam­men mit Fabi und Kuwe in die hes­si­sche Landeshauptstadt um dort dem Heimspiel des SV Wiesbaden bei­zu­woh­nen. In Wiesbaden tra­fen wir zudem auf Jonas, der das heu­ti­ge Quartett kom­plett machen soll­te. Der SV Wiesbaden wur­de 1899 gegrün­det und hat eine mehr oder weni­ger erfolg­rei­che Vergangenheit vor­zu­wei­sen. In den 50er und 60er Jahren spiel­te man bei­spiels­wei­se lan­ge Zeit zweit­klas­sig und stand gan­ze zwei­mal im Endspiel um die deut­sche Amateurmeisterschaft. In den Folgejahren ging man eini­ge Jahre in der Oberliga an den Start, bis man 1994 aus finan­zi­el­len Gründen die ers­te Mannschaft abmel­de­te und dar­auf­hin in der unters­ten Spielklasse neu anfan­gen muss­te. Dennoch schaff­te es der Verein sich erneut bis in die Hessenliga hoch­zu­ar­bei­ten, wo man sich 3 Jahre lang hal­ten konn­te. Aus die­ser zog sich der SVW 2016 wegen finan­zi­el­ler Probleme frei­wil­lig zurück. Anschießend trat man in der Gruppenliga an, in der die Klasse jedoch auch nicht gehal­ten wur­de, sodass man mitt­ler­wei­le in der acht­klas­si­gen Kreisoberliga angreift. Die Heimspielstätte des SV Wiesbaden ist der 12.000 Zuschauer fas­sen­de Helmut-Schön-Sportpark. Dieser liegt direkt neben der 0815-Arena des Drittligisten SV Wehen, weiß aber wesent­lich bes­ser zu gefal­len. So ver­fügt das Stadion über eine über­dach­te Haupttribüne und ist sonst von einem net­ten Stufenausbau umge­ben. In der Mitte der Gegengerade sind die Stufen zudem mit Holzbänken bestückt. Wir nah­men auf der Haupttribüne Platz wid­me­ten uns dem ereig­nis­rei­chen Geschehen auf dem Platz. Dort waren zunächst die Gäste aus dem Wiesbadener Stadtteil Klarenthal spiel­an­ge­bend, wodurch die­se mit einer ver­dien­ten 2:0-Führung in die Pause gin­gen. In der zwei­ten Hälfte kam der SVW dann bes­ser ins Spiel und schaff­te es zwei­mal ein­zu­net­zen und somit aus­zu­glei­chen. Der SC Klarenthal ließ sich dadurch aller­dings nicht ein­schüch­tern, ging aber­mals in Führung und konn­te wenig spä­ter sogar auf 4:2 erhö­hen. Schließlich war dies auch der Endstand, wodurch der SV Wiesbaden einen leich­ten Dämpfer im Kampf um den Aufstieg hin­neh­men muss­te. Nach dem Spiel lie­fer­ten wir Jonas wie­der am Wiesbadener Hauptbahnhof ab und mach­ten uns auf den 120 Kilometer lan­gen Heimweg.

 

VfB Dillingen – TuS Koblenz 1:2 Abbr.


13.10.2018
Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (13. Spieltag)
Stadion Papiermühle, Dillingen/Saar
Zuschauer: 400

Am 13. Spieltag ging es für unse­re TuS bereits zum zwei­ten Mal für die­se Spielzeit ins saar­län­di­sche Dillingen. Nachdem zu Beginn der Saison ein sou­ve­rä­ner Auswärtssieg beim FV Diefflen gefei­ert wur­de, war nun das Auswärtsspiel beim Stadtrivalen VfB Dillingen an der Reihe. Anders als das Heimspiel beim Dieffler Nachbarn, wel­ches im Dillinger Parkstadion aus­ge­tra­gen wur­de, fand das heu­ti­ge Spiel im hei­mi­schen Stadion Papiermühle statt. Das Stadion Papiermühle ist aller­dings nicht ganz so spek­ta­ku­lär wie das Parkstadion. So ver­fügt das Sportgelände über einen Kunstrasenplatz, wel­cher auf einer Seite mit drei und auf der ande­ren Seite mit einer fla­chen Stufe aus­ge­baut ist. Auf der Hauptseite exis­tiert zudem ein Vereinsheim mit einer angren­zen­den Überdachung. Wie schon gegen Diefflen zeig­ten die Schängel ein gutes Spiel, in dem man bereits früh mit 2:0 in Führung ging. Auch nach dem Anschlusstreffer des VfB Dillingen blieb die TuS das bes­se­re Team und alles sah nach einem wei­te­ren Auswärtssieg aus. Nach einem gro­ben Foul vor dem Koblenzer Fanblock kam es in der 70. Minute aller­dings zu einer Rudelbildung, die eine kurz­zei­ti­ge Spielunterbrechung nach sich zog. Als sich die­se gera­de beru­higt hat­te und die Partie fort­ge­führt wer­den soll­te, ging es ein paar Meter wei­ter erneut heiß her. Ein Zuschauer aus dem Dillinger Umfeld schlug einem Koblenzer Fan ins Gesicht, wor­auf­hin eini­ge Koblenzer die Verfolgung des Täters auf­nah­men. Der Schiri unter­brach die Partie anschlie­ßend bis auf wei­te­res. Während die Koblenzer Mannschaft auf­grund der 2:1-Führung auf eine Fortsetzung dräng­te, wei­ger­ten sich die Saarländer das Spielfeld erneut zu betre­ten. Der Nichtantritt wur­de dabei mit der Angst vor dem Gästeanhang begrün­det. Obwohl sich die Koblenzer Fans geschlos­sen und auf frei­wil­li­ger Basis aus dem Stadion ent­fern­ten, wur­de das Spiel den­noch nicht mehr ange­pfif­fen. Im Nachhinein durf­te man sogar erfah­ren, dass sich das Schiedsrichtergespann anschlie­ßend nicht mal mehr einen Eindruck über die Lage im Stadion ver­schafft hat­te. Alles schon etwas frag­wür­dig, wenn man bedenkt, dass sowas mit ordent­li­cher Fantrennung ver­meid­bar gewe­sen wäre. Immerhin wur­den die anschlie­ßen­den Befürchtungen über ein Urteil des Sportgerichts gegen die TuS Koblenz nicht bestä­tigt. So wird es Anfang Februar erneut nach Dillingen gehen, um dem Nachholspiel zwi­schen dem VfB Dillingen und unse­rer TuS bei­zu­woh­nen. Aufgrund der hohen Sicherheitsauflagen wird das Spiel dann aller­dings im sel­ten bespiel­ten Parkstadion aus­ge­tra­gen.

Groundspotting: Sportplatz Brohl

Sportplatz Brohl, Brohl-Lützing
Verein: VfL Brohl am Rhein

HSV Neuwied – FC Kosova Montabaur 2:2


07.10.2018
Kreisliga A Westerwald/Wied (9. Spieltag)
Raiffeisenstadion, Neuwied
Zuschauer: 150

Schon seit lan­gem hat­te ich den Wunsch das Neu­wieder Raiffeisen­stadion zu kreu­zen. Trotz einer An­rei­se von nur 15 Mi­nu­ten bot sich al­ler­dings nie die Chance dazu, wo­durch das Neu­wieder Sta­dion bis­her un­be­sucht blieb. Da das Sta­dion in den letz­ten Jah­ren aus­schließ­lich für Spiele der Neu­wied Raiders im American Foot­ball zur Ver­fü­gung stand, wur­de dar­in schon län­ger kein Fuß­ball mehr ge­spielt. So fand im Jahr 2006 mit dem DFB-Pokal­spiel zwi­schen dem SV Roß­bach/Ver­scheid und Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach das letz­te Pflicht­spiel und im Jahr 2015 mit der Aus­tra­gung des Neu­wieder Deich­stadt­pokals das letz­te be­kann­te Fuß­ball­spiel über­haupt im Raiffeisen­stadion statt. Auf­grund der Un­be­spiel­bar­keit des Spiel­felds im be­nach­bar­ten Rhein-Wied-Sta­dion wur­de das Heim­spiel des HSV Neu­wied in der Kreis­liga A zu mei­ner Freude je­doch kurz­fris­tig dort­hin ver­legt. So fand man sich zu­sam­men mit Fabi und Hopping Orange Blue kurz vor An­pfiff im 10.000 Zu­schau­er fas­sen­den Sta­dion ein. Die­ses ver­fügt ein­sei­tig über eine über­dachte Haupt­tri­büne und ist sonst von einem Gras­wall um­ge­ben, wel­cher zu frü­he­ren Zei­ten sogar mit Stu­fen aus­ge­baut war. Neben uns zog es heu­te auch wei­te­re Sta­dion­samm­ler nach Neu­wied, so­dass man wäh­rend des Spiels dem ein oder an­de­ren be­kann­ten Ge­sicht über den Weg lief. Auf dem Platz sah man wäh­rend­des­sen ein über­ra­schend un­ter­halt­sa­mes Spiel. So ging der Ta­bel­len­füh­rer aus Monta­baur in der ers­ten Halb­zeit früh mit 1:0 in Füh­rung und konn­te kurz vor der Pause auf 2:0 er­hö­hen. In der zwei­ten Halb­zeit ging es dann teil­wei­se so tur­bu­lent zu, dass der Schieds­rich­ter ins­ge­samt vier Ak­teu­re vom Platz stel­len muss­te. Mir drei roten Kar­ten traf es die Haus­her­ren dabei je­doch we­sent­lich här­ter als die Gast­mann­schaft. Den­noch schaff­te es der 2014 ge­grün­de­te Hei­mat­sport­ver­ein ir­gend­wie noch auf 1:2 zu ver­kür­zen und kurz vor Schluss aus­zu­glei­chen. Auf der Heim­seite kann­te der Ju­bel an­schlie­ßend kei­ne Gren­zen mehr. Nach Ab­pfiff ver­ab­schie­de­te man sich schnell von den an­de­ren Jungs und mach­te sich zu­frie­den auf den un­ge­wohnt kur­zen Weg nach Hause.

TuS Koblenz – SC 07 Idar-Oberstein 2:2


06.10.2018
Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (12. Spieltag)
Stadion Oberwerth, Koblenz
Zuschauer: 980

TuS Koblenz – FSV Viktoria Jägersburg 1:1


03.10.2018
Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (7. Spieltag)
Stadion Oberwerth, Koblenz
Zuschauer: 1.035

BFV Hassia Bingen – TuS Koblenz 1:3


29.09.2018
Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (11. Spieltag)
Stadion am Hessenhaus, Bingen
Zuschauer: 480

FV Bad Vilbel – KSV Hessen Kassel 1:2


28.09.2018
Hessenliga (11. Spieltag)
Nidda-Sportfeld, Bad Vilbel
Zuschauer: 405

Am 11. Spiel­tag der Hes­sen­liga traf der FV Bad Vilbel auf den aus der Re­gio­nal­liga ab­ge­stie­ge­nen KSV Hes­sen Kas­sel. So bot sich die Chance das Nidda-Sport­feld mit einer halb­wegs in­te­res­san­ten Gast­mann­schaft zu kreu­zen. Das Nidda-Sport­feld bie­tet Platz für 6.000 Zu­schau­er und ver­fügt ein­sei­tig über einen or­dent­li­chen Stu­fen­aus­bau, wel­cher mit­tig so­gar über­dacht ist. Für das heu­tige Spiel gegen Kas­sel wur­de der lin­ke Teil des Stu­fen­aus­baus pro­vi­so­risch zum Gäs­te­block um­funk­tio­niert. Dort sam­melte sich ein ca. 80-köpfi­ger Gäs­te­mob, der zu­sam­men mit ein paar Schwen­kern so­wohl op­tisch als auch akus­tisch auf sich auf­merk­sam machen konn­te. Auch auf dem Platz do­mi­nier­te größ­ten­teils das fa­vo­ri­sier­te Team aus Kas­sel, wo­durch die­se am Ende einen ver­dien­ten 2:1-Aus­wärts­sieg ein­fuh­ren.

SC Bad Bodendorf II – SC Rhein-Ahr Sinzig II 0:1


21.09.2018
Kreisliga D Rhein/Ahr Nord (7. Spieltag)
Sportplatz Bad Bodendorf, Sinzig-Bad Bodendorf
Zuschauer: 40

Nach­dem ich in­ner­halb eines Mo­nats drei Län­der­punkte weg­ge­schep­pert hat­te, wur­de es lang­sam noch­mal Zeit bei einem Spiel der hei­mi­schen Kreis­liga vor­bei­zu­schau­en. So zog es mich am Frei­tag­abend zum Heim­spiel der Zweit­ver­tre­tung des SC Bad Boden­dorf. Die Sport­an­lage im Sinzi­ger Stadt­teil Bad Boden­dorf ver­fügt über einen Asche­platz ohne nen­nens­wer­ten Aus­bau. Auf einer Seite exis­tiert le­dig­lich eine klei­ne Er­hö­hung mit ein paar Holz­bän­ken, auf der sich ein Groß­teil der 40 an­we­sen­den Zu­schau­er sam­mel­te. Auf dem Spiel­feld be­ob­ach­te­te man wäh­rend­des­sen ein Ge­bol­ze vom Al­ler­feins­ten, bei dem sich die Gäste aus der Bar­ba­ros­sa­stadt am Ende knapp mit 1:0 durch­set­zen konn­ten.

Ahrweiler BC – TuS Koblenz 0:2


19.09.2018
Rheinlandpokal (3. Runde)
Apollinarisstadion Nebenplatz, Bad Neuenahr-Ahrweiler
Zuschauer: 1.843

TuS Koblenz – TuS Mechtersheim 2:0


15.09.2018
Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (9. Spieltag)
Stadion Oberwerth, Koblenz
Zuschauer: 823

Kemerspor 2003 Kulübü – Van Büyükşehir Belediyespor 0:2


08.09.2018
TFF 3. Lig, 2. Grup (2. Spieltag)
Dr. Fehmi Öncel Stadı, Tekirova (TUR)
Zuschauer: 250

Nur zwei Tage nach mei­ner Rück­kehr aus der Uk­ra­ine stand für mich be­reits die nächs­te Reise an. Zu­sam­men mit mei­nem Bru­der buch­te ich spon­tan einen ein­wö­chi­gen Ur­laub an der tür­ki­schen Ri­vi­e­ra. Ob­wohl der Fuß­ball hier nicht im Vor­der­grund ste­hen soll­te, kam lo­gi­scher­wei­se auch hier der Ur­laubs­hop­per aus mir he­r­aus. Lei­der war der Zeit­punkt un­se­res Auf­ent­hal­tes auf­grund der Län­der­spiel­pause ziem­lich un­güns­tig, so­dass Spiele von Ver­ei­nen wie Anta­lya­spor oder Alanya­spor von vorn­he­r­ein aus­ge­schlos­sen waren. Den­noch wur­de ich mit einem Spiel der vier­ten Liga fün­dig. Nach einem aus­gie­bi­gen Früh­stück mach­ten wir uns so im Miet­wa­gen auf ins 120 Ki­lo­me­ter ent­fern­te Kemer. Auf hal­ber Stre­cke leg­ten wir noch einen Stopp in Anta­lya ein, um mit der Seil­bahn auf den Tünektepe zu fah­ren. Von dort oben hat­te mei­nen einen atem­be­rau­ben­den Aus­blick auf die Mil­li­o­nen­stadt Anta­lya auf der einen und das Tau­rus­ge­bir­ge sowie den Golf von Anta­lya auf der an­de­ren Seite. Nach­dem wir die gran­di­ose Aus­sicht für eine Weile ge­nos­sen hat­ten, ging es für uns wei­ter ins be­schau­li­che Teki­rova. Der Ort liegt in der Nähe von Kemer und ist haupt­säch­lich durch den Tou­ris­mus ge­prägt. Teki­rova ist gleich­zei­tig aber auch der Aus­tra­gungs­ort für die Spiele des tür­ki­schen Viert­li­gis­ten Kemer­spor 2003. Nach­dem ich mei­nen am Vier­tliga-Fuß­ball des­in­te­res­sier­ten und semi-be­geis­ter­ten Bru­der am Strand von Teki­rova ab­ge­setzt hat­te, begab ich mich schließ­lich allei­ne zum Ort des Ge­sche­hens. Für 5 tür­ki­sche Lira, also we­ni­ger als 1 €, be­sorg­te ich mir am Sta­dion ein Ti­cket und en­ter­te den Ground. Mein kurz zuvor fürs Spiel ein­ge­kauf­tes Bier schaff­te es zwar nicht mit hi­nein, dafür durf­te ich aber eine Dose Sprite mit ins Sta­dion neh­men. Das Dr. Fehmi Öncel Stadı liegt am Rande des Tau­rus­ge­bir­ge und bie­tet Platz für ca. 4.000 Zu­schau­er. Das Sta­dion ist dabei lei­der nur auf einer Seite aus­ge­baut. Dort be­fin­det sich eine grö­ßere, über­dachte Stahl­rohr­tri­büne und di­rekt da­ne­ben noch­mal eine klei­nere Ver­sion als Gäs­te­sek­tor. Wie man schon im Ver­eins­na­men er­ken­nen kann, wur­de Kemer­spor erst im Jahr 2003 ge­grün­det, schaff­te aber be­reits 2009 den Sprung in die nied­rigs­te tür­ki­sche Pro­fi­liga. So geht man seit­dem dau­er­haft in der viert­klas­si­gen TFF 3. Lig an den Start. Zum heu­ti­gen Spiel ge­gen Van BB nah­men den­noch nicht mehr als 250 Zu­schau­er auf der Tri­büne Platz. Iro­ni­scher­weise war die Staats­macht im Kon­t­rast dazu sehr gut ver­tre­ten. Gut und ger­ne 50 Cops waren hier im Ein­satz, was auf 5 Zu­schau­er im Schnitt einen Po­li­zei­be­am­ten aus­mach­te. Das Stramm­ste­hen und Sa­lu­tie­ren die­ser wäh­rend der tür­ki­schen Na­tio­nal­hymne gab zudem ein un­ge­wohn­tes Bild ab. Ob ein der­ar­ti­ges Po­li­zei­auf­ge­bot bei tür­ki­schen Viert­liga­spie­len nor­mal ist, kann ich euch lei­der nicht sagen. Die Gäste aus der ost­ana­to­li­schen Stadt Van wur­den wäh­rend­des­sen von knapp 25 Fans be­glei­tet. Für eine An­rei­se von min­des­tens 18 Stun­den mit dem Auto fand ich die An­zahl an Gäs­te­fans gar nicht mal schlecht für einen Viert­li­gis­ten. Wenn ich die An­rei­se­wege in der tür­ki­schen vier­ten Liga sehe, scheint mir die Staf­fel­auf­tei­lung aber ge­ne­rell eher sinn­be­freit. Neben zwei Tür­kei-Flag­gen hing im Gäs­te­block zudem ein selbst­ge­mal­tes Ban­ner, auf dem über­setzt „Wir wer­den über­all sein, wohin du auch gehst“ ge­schrie­ben stand. Des Wei­te­ren konn­ten die Gäs­te­fans hin und wie­der akus­tisch auf sich auf­merk­sam machen und so für ein we­nig Stim­mung im Sta­dion sor­gen. Auch auf dem Platz waren die Gäste heu­te das bes­sere Team. So war Van BB über­wie­gend spiel­an­ge­bend und konn­te die drei Punkte am Ende als ver­dien­ter Sie­ger mit nach Hause neh­men. Nach dem Spiel sam­mel­te ich mei­nen Bru­der wie­der am Strand ein und mach­te mich auf den Rück­weg zu un­se­rem Ho­tel nach Manavgat.

 

 

Groundspotting: Stadion Avanhard

Stadion Avanhard, Prypjat (UKR)
Verein: ehem. FC Stroitel Pripyat

Bereits um kurz vor 7 Uhr klin­gelte am nächs­ten Mor­gen der Wecker. Heute stand für uns näm­lich ein etwas an­de­res Kul­tur­pro­gramm an: ein Auf­ent­halt in der Sperr­zone von Tscher­nobyl. Schon seit län­ge­rer Zeit stand ein Besuch der Geis­ter­stadt Prypjat ganz weit oben auf mei­ner Bucket­list. Nach­dem das sport­li­che Pflicht­pro­gramm um den Län­der­punkt Ukra­ine am Wo­chen­ende er­le­digt wur­de, soll­te man am frei­en Mon­tag auch die­sen Teil von der Wunsch­liste strei­chen. Mit dem Ver­an­stal­ter chornobyl-tour.ua erhält man für 89 $ die Mög­lich­keit eine ge­führ­te Ta­ges­tour durch das Sperr­ge­biet zu un­ter­neh­men, wo­durch Aus­flüge dort­hin bei Tou­ris­ten, gera­de auch bei Ground­hop­pern, in letz­ter Zeit ver­mehrt an Be­liebt­heit ge­wan­nen. Im Preis mit in­be­grif­fen sind neben An­fahrt und Füh­rung, zudem ein Mit­tag­es­sen und ein Gei­ger­zäh­ler, um jeder Zeit die vor­lie­gen­de Strah­lung mes­sen zu kön­nen. Um 8 Uhr mor­gens star­tete die Fahrt am Treff­punkt nahe des Kiewer Haupt­bahn­hofs, wel­chen wir auf­grund eini­ger Ori­en­tie­rungs­pro­b­leme erst in letz­ter Mi­nu­te er­reich­ten. Nach Be­glei­chung des of­fe­nen Rest­be­trags mach­ten sich neben dem Bus­fah­rer und unse­rem Guide Alexandra noch 15 wei­te­re Leute aus aller Welt mit uns auf die 1 ½-stün­dige Fahrt gen Tscher­nobyl. Zu Beginn der Fahrt wur­de man zuerst über alle si­cher­heits­tech­ni­schen As­pek­te in­for­miert, bevor man sich im An­schluss eine Doku über die Er­eig­nis­se des Super-GAUs im Kern­kraft­werk Tscher­nobyl an­schau­en konn­te.
Bei einer Si­mu­la­tion am Re­ak­tor 4 kam es am 26. April 1986 zu einem un­kon­trol­lier­ba­ren Leis­tungs­an­stieg, der zur Ex­plo­sion des Re­ak­tor­blocks führ­te. Die Fol­gen der ato­ma­ren Ka­tas­tro­phe waren so schwer, dass die aus­ge­hen­de Strah­lung bis nach Mit­tel­eu­ro­pa mess­bar war. Trotz­dem begann die Eva­ku­ie­rung der Stadt Prypjat erst 30 Stunden nach der Ex­plo­sion und bis zum 4. Mai wur­den in einem Um­kreis von 30 Ki­lo­me­tern um den Re­ak­tor auch alle wei­te­ren An­woh­ner um­ge­sie­delt. Tau­sen­de Be­woh­ner des Ge­bie­tes waren be­reits kon­ta­mi­niert und lit­ten an­schlie­ßend an den ge­sund­heit­li­chen Fol­gen der Strah­len­ein­wir­kung. Nach Voll­en­dung der Eva­ku­ie­rung wur­de das Sperr­ge­biet von Li­qui­da­to­ren ge­säu­bert und der zer­stör­te Re­ak­tor von einem Sar­ko­phag ab­ge­dich­tet. Den­noch sind die Aus­wir­kun­gen in der Re­gi­on 32 Jahre spä­ter noch immer zu spü­ren.
Da man ohne vor­he­ri­ge Re­gis­trie­rung kei­nen Zu­tritt ins Sperr­ge­biet er­hält, pas­siert man am Rand der 30 Ki­lo­me­ter-Zone zu­nächst den Check­point Dytiatky, an dem man sich einer Per­so­nen­kon­t­rol­le un­ter­zie­hen muss. Nach­dem die­se über­stan­den war, be­fand man sich in der Sperr­zone von Tscher­nobyl. Da­nach ging es zu­nächst in die klei­ne Ort­schaft Zalissya. Dort er­hiel­ten wir die Mög­lich­keit die ers­ten ver­las­se­nen Wohn­häu­ser, eine ehe­ma­li­ge me­di­zi­ni­sche Ein­rich­tung und einen klei­nen Su­per­markt zu be­sich­ti­gen. Ob­wohl die Ge­bäu­de zum gro­ßen Teil be­reits ver­fal­len sind und durch Plün­de­run­gen leer ste­hen, konn­ten dort den­noch zu­rück­ge­blie­be­ne Ge­gen­stän­de wie bei­spiels­wei­se Bü­cher oder alte Schul­hef­te aus den 80er Jah­ren ent­deckt wer­den. Der nächs­te Stopp brach­te uns an die ehe­mals ge­hei­me Mi­li­tär­an­lage Duga-3. Dabei han­delt es sich um zwei rie­si­ge Ra­dar­an­la­gen aus dem Kal­ten Krieg, mit deren Hilfe früh­zei­tig vor einem Ra­ke­ten­be­schuss ge­warnt wer­den soll­te. In der Sow­jet­uni­on gab es ins­ge­samt drei Stand­orte, an denen sich so eine Ra­dar­an­lage be­fun­den hat. Die An­la­ge in Tscher­nobyl ist 150 Meter hoch und er­streckt sich über eine Breite von 750 Me­ter. Daher er­schei­nen die Mas­ten aus der Nähe schon sehr im­po­sant. An der Duga-3 er­blick­ten wir gleich­zei­tig den ers­ten Hot­spot des Tages. Da die Strah­lung im Sperr­ge­biet va­ri­iert, ist auch jeder Ort un­ter­schied­lich stark ver­strahlt. Die Über­le­gung, dass die Strah­lung nur bei An­nä­he­rung des Re­ak­tors an­steigt, ist daher falsch. Alle Hot­spots, also Stel­len mit er­höh­ter Strah­lung, wer­den des­halb zur Si­cher­heit mit einem Warn­schild ge­kenn­zeich­net. Im An­schluss da­ran stieß man so lang­sam wei­ter ins Innere der 10 Ki­lo­me­ter-Zone vor. Dazu muss man in Leliv den zwei­ten Kon­troll­punkt pas­sie­ren. Auch hier be­ka­men wir kei­ne Pro­ble­me, sodass es zügig wei­ter Rich­tung Kraft­werk ging. In der Be­triebs­kan­tine des AKWs wur­de als nächs­tes zu­sam­men mit den Kraft­werks­ar­bei­tern und an­de­ren Zo­nen­be­su­chern zu Mit­tag ge­ges­sen. Dort er­hielt man ein schlich­tes, uk­ra­i­ni­sches Ge­richt, be­ste­hend aus einem Hähn­chen­schnit­zel mit Nu­deln, Sa­lat und einer Rote-Bete-Suppe. Nichts Be­son­de­res, aber durch­aus ess­bar. Nach­dem alle ge­sät­tigt waren, war an­schlie­ßend die Be­sich­ti­gung des Sar­ko­phags an der Reihe. Da die un­mit­tel­bar nach der Ka­tas­tro­phe er­rich­te­te Schutz­hülle mit der Zeit brü­chig wur­de, wur­de dort 2016 ein neu­er Sar­ko­phag er­rich­tet. Diesen konn­te man aus einer Ent­fer­nung von ca. hun­dert Me­tern be­gut­ach­ten. Dort war zwar eine er­höh­te Strah­lung zu mes­sen, an die Werte eini­ger an­de­rer Hot­spots kam die Strah­lung al­ler­dings nicht. Ein mul­mi­ges Gefühl so nah an Re­ak­tor 4 zu ste­hen, hat­te man al­ler­dings trotz­dem.
Danach stand mit der Be­ge­hung der Geis­ter­stadt Prypjat das High­light der Tour an. Die ehe­ma­li­ge 50.000-Ein­woh­ner-Stadt wur­de erst 1970 ge­grün­det und war somit zum Zeit­punkt der Nu­kle­ar­ka­tas­tro­phe ge­ra­de ein­mal 16 Jahre alt. Sie galt als at­trak­tive und rei­che Mus­ter­stadt mit einem jun­gen Al­ters­durch­schnitt. Da die Stadt nach und nach von der Natur zu­rück­er­obert wur­de, ist davon mitt­ler­wei­le nicht mehr viel zu sehen. So kamen wir bei­spiels­wei­se an ehe­ma­lig flo­rie­ren­den Ecken wie dem Kern­ener­gie-Ins­ti­tut, der Schiffs­an­le­ge­stel­le, dem Kul­tur­pa­last „Energetik“ oder dem Ho­tel „Polissja“ vor­bei, deren eins­ti­ge Schön­heit mitt­ler­wei­le ver­flo­gen ist. Zu eini­gen Ge­bäu­den zeig­te uns unser Guide Auf­nah­men aus frü­he­ren Zei­ten, wo­durch man sich ein un­ge­fäh­res Bild über das da­ma­li­ge Prypjat machen konn­te. Be­son­ders ge­spens­tig war der Rum­mel­platz, der gegen Ende des Rund­gangs an­ge­steu­ert wur­de. Da die Er­öff­nung des Rum­mels für fünf Tage nach der Ka­tas­tro­phe be­stimmt war, wur­de die­ser nie in Be­trieb ge­nom­men. So ste­hen dort auch heu­te noch ein Auto­scoo­ter und ein Rie­sen­rad. Mit einem Wert von über 300 μSv/h war der Rum­mel zu­gleich auch der Ort mit der am höchs­ten ge­mes­se­nen Strah­lung an die­sem Tag. Im An­schluss dar­an ging es noch an einen Ort, auf den wir uns im Vor­feld be­son­ders ge­freut hat­ten. Mit dem Sta­dion Avanhard wur­de der Lost Ground von Prypjat be­sucht. An der Stelle, an der sich einst das Spiel­feld des Sta­di­ons be­fand, be­fin­det sich in­zwi­schen ein dicht be­wach­se­ner Wald. Die brö­ckeln­de Tri­bü­ne ist je­den­falls noch vor­han­den und lässt das Herz eines jeden Fuß­ball-Fa­na­ti­kers hö­her­schla­gen. Diese ist in der Mitte über­dacht und kom­plett mit mor­schen Holz­bän­ken be­stückt. Das Sta­dion Avanhard war die Heim­spiel­stätte des sow­je­ti­schen Fünft­li­gis­ten FC Stroitel Pripyat, wel­cher nach dem Super-GAU nach Slawutytsch um­ge­sie­delt und in Stroitel Slawutytsch um­be­nannt wur­de. Trotz­dem hat­te der Ver­ein auch in Slawutytsch kei­ne Zu­kunft und muss­te sich zwei Jahre spä­ter kom­plett vom Spiel­be­trieb ab­mel­den.
Das Sta­dion Avanhard war gleich­zei­tig auch eine der letz­ten Sta­tio­nen auf unse­rer Tour durch die Sperr­zone. Nach­dem man an den Kon­troll­punk­ten die not­wen­di­ge Strah­len­kon­trol­le be­stan­den hat­te, konn­te end­gül­tig zuvrück nach Kiew auf­ge­bro­chen wer­den. Wäh­rend der Fahrt wur­den die Gei­ger­zäh­ler aus­ge­wer­tet und so die auf­ge­nom­me­ne Strah­lung jedes Teil­neh­mers er­mit­telt. Die auf­ge­nom­me­ne Strah­lung lag im Schnitt bei 0,003 mSv und dabei weit unter dem em­pfoh­le­nen, jähr­li­chen Grenz­wert von 1 mSv. Tat­säch­lich ist das so­gar we­ni­ger Strah­lung als wäh­rend eines In­ter­kon­ti­nen­tal­flugs auf­ge­nom­men wird. Alles in allem kann ich einen Besuch in der Sperr­zone von Tscher­nobyl nur wei­ter­em­pfeh­len. Ge­schich­te, die man sonst nur aus Bü­chern oder dem Fern­se­hen kennt, kann man wäh­rend des Auf­ent­hal­tes in Prypjat qua­si spü­ren. So ver­leiht die­ser eine ganz be­son­de­re Sicht über die Ge­scheh­nis­se im Kern­kraft­werk Tscher­nobyl vor 32 Jah­ren.
Gegen 20 Uhr nä­her­ten wir uns schließ­lich der uk­ra­i­ni­schen Haupt­stadt. Dort er­gab sich für uns ein ent­spann­tes Abend­pro­gramm, wel­ches sich haupt­säch­lich durch Shisha-Rau­chen und der Ver­kös­ti­gung von Cider aus­zeich­ne­te. Da die Lo­ka­li­tä­ten nahe des Majdans am heu­ti­gen Mon­tag lei­der nicht ganz so lan­ge auf­hat­ten, hieß es gegen Mit­ter­nacht lang­sam in Rich­tung Hos­tel auf­zu­bre­chen.
Da unser Flug gen Hei­mat erst am fol­gen­den Diens­tag­abend star­ten soll­te, hat­ten wir am nächs­ten Tag noch ein paar Stun­den Zeit uns die bis­her nicht ver­gönn­ten Se­hens­wür­dig­kei­ten an­zu­schau­en. So zog es uns zu­nächst ans Walerij-Lobanowskyj-Sta­dion, der alten Heim­spiel­stätte von Dynamo Kiew. Lei­der blieb uns der Zu­tritt zu die­sem ver­wehrt, sodass wir dort aus­schließ­lich das Ein­gangs­tor und die un­glaub­lich gei­len Flut­licht­mas­ten von außen be­gut­ach­ten konn­ten. Da­nach ging es wei­ter ans Kiewer Höh­len­klos­ter. Das Klos­ter be­steht aus einer Viel­zahl von Kir­chen und ist auf von Mön­chen er­rich­te­ten Höh­len er­baut. Gegen Zah­lung eines Ein­tritts­gel­des kön­nen die Höh­len be­sich­tigt wer­den, das Geld spar­ten wir uns aber dies­mal. Trotz­dem sahen wir ein be­ein­dru­cken­des Areal, das wie auch die zu­vor ge­se­he­nen Klös­ter und Kir­chen sehr prunk­voll er­schien. Da­nach ging es noch­mal kurz an den Majdan, bevor wir uns end­gül­tig zum Flug­ha­fen be­ga­ben und die Heim­rei­se nach Deutsch­land an­tra­ten.

FK Dynamo Kyiv – FK Karpaty Lviv 0:2


02.09.2018
Premjer-Liha (7. Spieltag)
NSK Olimpijs’kyj, Kiew (UKR)
Zuschauer: 10.700

Am nächs­ten Tag hieß es zu­nächst das üb­li­che Touri-Pro­gramm in Form von Sight­seeing ab­zu­klap­pern. Dafür be­ga­ben wir uns erneut an den Majdan, von wo aus wir eine flüch­tig re­cher­chier­te Route ab­lie­fen. Diese soll­te uns an eini­gen der vie­len schö­nen Kiewer Kir­chen vor­bei­füh­ren. Zu­nächst waren das St. Michaels­klos­ter und die als UNESCO-Welt­kul­tur­erbe ein­ge­stuf­te Sophien­kathe­drale an der Reihe. Die bei­den Kir­chen äh­neln sich im Auf­bau und wir­ken auf­grund der gol­de­nen Kup­peln sehr prunk­voll. Gegen Zah­lung eines Ent­gelts be­sich­tig­ten wir sogar das In­ne­re der Sophien­kathe­drale und be­stie­gen den da­zu­ge­hö­ri­gen Glo­cken­turm. Als nächs­tes ging es ans Gol­de­ne Tor, dem his­to­ri­schen Stadt­tor Kiews, und an­schlie­ßend an die Wladimir­kathe­drale. Wenn man schon in Kiew ist, scha­det es sicher nicht die bei­den Ge­bäu­de mal ge­se­hen zu haben, im Ver­gleich mit den rest­li­chen Se­hens­wür­dig­kei­ten er­schie­nen uns die­se aber eher als un­spek­ta­ku­lär. Zum Ab­schluss unse­rer klei­nen Er­kun­dungs­tour ging es mit der Metro ins Künst­ler­vier­tel von Kiew. Dort be­stie­gen wir den über­lau­fe­nen Andreas­steig, an des­sen Ende sich auf einer Er­hö­hung die St.-Andreas-Kirche be­fin­det. Diese ist we­sent­lich klei­ner als die zuvor be­such­ten Kir­chen, ge­fiel mir wegen ihrer außer­ge­wöhn­lich bläu­li­chen Farbe und der lie­be­voll ver­zier­ten Kup­peln al­ler­dings bes­ser als die ande­ren. Im Gro­ßen und Gan­zen zeig­te sich uns Kiew als le­bens­frohe Stadt, in der es eini­ges zu sehen gibt. Das man sich in ein paar Tagen kein voll­stän­di­ges Bild über eine Mil­li­o­nen­stadt wie Kiew machen kann, ist al­ler­dings auch klar.
Auf der an­schlie­ßen­den Suche nach etwas Ess­ba­rem ent­deck­ten wir plötz­lich eine aus ver­gan­ge­nen Tou­ren im Ge­dächt­nis ge­blie­be­ne Lo­ka­li­tät: Happy Grill. Da muss­ten wir nicht zwei­mal über­le­gen! Ganz nach unse­rem Ge­schmack konn­ten wir dort unser Ver­lan­gen nach Fleisch stil­len und uns gleich­zei­tig an der Frei­zü­gig­keit der mehr­heit­lich weib­li­chen Be­die­nun­gen er­göt­zen.
Nach der aus­gie­bi­gen Stär­kung mach­ten wir uns schließ­lich auf den Weg zum an­ste­hen­den Fuß­ball­spiel. Dabei hat­ten wir gleich zwei Spiele zur Aus­wahl. Zum einen das Heim­spiel von Arsenal Kiew und zum ande­ren das Heim­spiel von Dynamo Kiew, wel­che zu unse­rem Un­be­ha­gen lei­der zeit­gleich statt­fan­den. Auf­grund des grö­ße­ren Na­mens und des ver­mu­te­ten hö­he­ren Zu­schau­er­auf­kom­mens ent­schie­den wir uns für das Spiel von Dynamo Kiew im Olym­pia­sta­dion. Dynamo Kiew ist der er­folg­reichste Fuß­ball­klub der Ukraine und hat eine von Er­fol­gen ge­präg­te Ver­eins­his­to­rie vor­zu­wei­sen. Schon zu Zei­ten der Sow­jet­union war Dynamo mit ins­ge­samt 15 Meis­ter­ti­teln sow­je­ti­scher Re­kord­meis­ter. Zudem konn­te man 9-mal den sow­je­ti­schen Po­kal­wett­be­werb ge­win­nen und mit dem zwei­fa­chen Titel­ge­winn des Euro­pa­po­kals der Pokal­sie­ger sogar inter­na­tio­nal für Fu­ro­re sor­gen. Aber auch nach der ukra­ini­schen Un­ab­hän­gig­keit war man in Sachen Fuß­ball wei­ter­hin das Maß der Dinge, was ins­ge­samt mit 11 Pokal- und 15 Meis­ter­ti­teln be­lohnt wur­de. Erst zur Jahr­tau­send­wende schaff­te Shakhtar Donetsk es sport­lich mit dem Haupt­stadt­klub auf­zu­neh­men, wo­durch Dynamo Kiew das Allein­stel­lungs­merk­mal ver­lor und seit­dem ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vor­herr­schaft im ukra­ini­schen Fuß­ball be­strit­ten wird. Für 450 UAH gönn­ten wir uns Ti­ckets für die Haupt­tri­büne und er­hiel­ten Zu­tritt zum Ground. Das Olym­pia­sta­dion ist eine mo­der­ne, voll­stän­dig mit Sitz­plät­zen aus­ge­stat­tete, dop­pel­stö­ckige Schüs­sel, die über 70.000 Zu­schau­ern Platz bie­tet. Obwohl seit dem Umbau für die EM 2012 eine Dach­kons­truk­tion das Sta­dion ziert und die mas­si­ven Ost­block-Flut­licht­mas­ten die­ser lei­der wei­chen muss­ten, weiß es den­noch durch sei­ne Cha­rak­te­ris­tik und die immer noch vor­han­dene Ähn­lich­keit mit dem „Vor­gän­ger“ zu ge­fal­len. Von der Haupt­tri­büne aus konn­ten wir sowohl dem Ge­sche­hen auf dem Rasen als auch auf den Rän­gen ide­al fol­gen. Auf Heim­seite wur­de sich in der Kurve kom­pakt hin­ter einer gro­ßen „Ultras Dynamo“-Zaun­fahne po­si­tio­niert. Knapp 500 Sup­port­wil­lige gaben ihr Bes­tes und konn­ten be­son­ders durch bra­chi­ale Schlacht­rufe und die hohe An­zahl an Klatsch­ein­la­gen auf sich auf­merk­sam machen. In der Kurve auf der ge­gen­über­lie­gen­den Seite sam­mel­te sich zudem ein wei­te­rer klei­ner Heim­mob, wel­cher zwar eben­falls eini­ge Zaun­fah­nen am Start hat­te, sonst aber nicht wei­ter auf­fiel. Aus Lem­berg fan­den ca. 100 Ultras den 500 Kilo­me­ter lan­gen Weg in die Haupt­stadt. Ähn­lich wie im Heim­block be­grenzte sich das Re­per­toire der Bander­stadt-Ultras größ­ten­teils auf die im Osten üb­li­chen Schlacht­rufe und Klatsch­ein­la­gen. Die Bander­stadt-Ultras sind nach Stepan Bandera, einem aus Lem­berg stam­men­den na­tio­na­lis­ti­schen Wider­stands­kämp­fer aus dem zwei­ten Welt­krieg, be­nannt und sind dem­nach dem rechts­ra­di­ka­len Lager zu­zu­ord­nen. Nicht zuletzt wegen ihrer offen rechts­ra­di­ka­len Hal­tung ver­bin­det die Ultras Dynamo und die Bander­stadt-Ultras eine inni­ge Fan­freund­schaft, sodass heu­te auch der ein oder ande­re Wech­sel­ge­sang der bei­den Fan­lager im Sta­dion er­tön­te. Anders als auf den Rän­gen wur­de Dynamo Kiew sei­ner Fa­vo­ri­ten­rolle auf dem Rasen nicht ge­recht. Etwas über­ra­schend schaff­te es Karpaty Lviv die Par­tie mit 2:0 für sich zu ent­schei­den, wor­an auch ein Platz­ver­weis in der 55. Spiel­mi­nute nichts mehr ändern konn­te. Da der nächs­te Tag lang wer­den soll­te und wir ge­nö­tigt waren mor­gens früh auf­zu­ste­hen, be­ga­ben wir uns nach Spiel­ende re­la­tiv zügig und ohne aus­ufern­de Trink­ge­lage zurück in unser Hostel.

FK Arsenal Kyiv – FK Sorja Luhansk 4:3


01.09.2018
Chempionat U-21 (7. Spieltag)
Arsenal-Arena, Shchaslyve (UKR)
Zuschauer: 300

Nachdem man gera­de erst das müh­se­li­ge Pokal­spiel unse­rer TuS in Treis-Karden über­stan­den hat­te, hieß es für Fabi und mich bereits das nächs­te Fuß­ball-Aben­teuer in An­griff zu neh­men. So ging es schnur­stracks nach Frank­furt am Main, von wo aus um 5 Uhr unser Flie­ger nach Kiew star­ten soll­te. Die War­te­zeit bis zum Ab­flug meis­ter­te man feucht­fröh­lich und nach­dem man auch den 2 ½-stün­di­gen Flug gekonnt ab­ge­ses­sen hat­te, lan­dete man pünkt­lich um halb 9 am Boryspil Inter­national Air­port. Dieser liegt 30 Kilo­meter außer­halb von Kiew, sodass wir für klei­nes Geld den Shuttle­bus nah­men, um ins Zen­t­rum der ukra­ini­schen Haupt­stadt zu ge­lan­gen. Das Vor­ha­ben unse­re Un­ter­kunft zu fin­den ge­stal­tete sich dafür nicht ganz so leicht. Wir wuss­ten zwar, dass sich unser Hostel in Zent­rums­nähe be­finden soll­te, das war es aber lei­der auch schon. In­ter­net­man­gel und die un­ge­wohn­te Be­schil­de­rung auf ky­ril­lisch mach­ten die Suche danach nicht gera­de ein­fa­cher. Den­noch stand man ir­gend­wann vor be­sag­tem Hin­ter­hof, in dem gleich meh­re­re Hos­tels an­säs­sig waren, nur das von uns ge­buch­te nicht. Schließ­lich lan­de­ten wir in einer Butze, die zwar einen kom­plett ande­ren Namen besaß als die unse­re, aber trotz­dem die rich­ti­ge zu sein schien. Da die un­freund­li­che Hos­tel­alte aus­schließ­lich ukra­i­nisch sprach, konn­te das Rät­sel um die tem­po­räre Bleibe jedoch bis heu­te nicht wirk­lich ge­löst wer­den. Auf jeden Fall er­wisch­ten wir ein ab­so­lut ran­zi­ges Teil, was für 6 € die Nacht aber viel­leicht auch zu er­war­ten war. Dort gönn­ten wir uns eini­ge Stun­den Schlaf, bevor es am Nach­mit­tag zum ers­ten Spiel ging. Mit der Metro fuh­ren wir zu­nächst nach Kharkivska und von dort für 200 UAH, um­ge­rech­net ca. 6 €, mit dem Taxi in den 10 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Kiewer Vor­ort Shchaslyve. Uns war zwar be­wusst, dass der ver­langte Preis etwas zu hoch war, da aber sonst kein Taxi in Sicht war und uns auch nicht mehr viel Zeit bis zum An­pfiff blieb, stimm­ten wir die­sem ein­fach zu. Im­mer­hin wur­de man direkt bis ans Stadion gebracht. Das Sta­dion in Shchaslyve ver­fügt ein­sei­tig über eine Sitz­platz­tri­büne mit auf­fäl­lig ge­well­ter Dach­form und ist sonst nicht wei­ter aus­ge­baut. Neben den Spie­len des hei­mi­schen Knyazha Shchaslyve wer­den dort außer­dem die Spiele der Ju­gend­mann­schaf­ten von Arsenal Kiew sowie des aus der Hei­mat ver­trie­be­nen Shakhtar Donetsk aus­ge­tra­gen. Vor knapp 300 Zu­schau­ern sahen wir das Heim­spiel der Nach­wuchs­ki­cker von Arsenal Kiew gegen die von Sorja Luhansk. Über­ra­schen­der­wei­se bekam man ins­ge­samt ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Fuß­ball­spiel mit stän­di­gem Füh­rungs­wech­sel ge­bo­ten, dem am Ende ein Un­ent­schie­den ge­recht ge­wor­den wäre. In der Nach­spiel­zeit schaff­te es Arsenal jedoch zum vier­ten Mal ein­zu­net­zen, wo­durch die­se am Ende einen 4:3-Heim­sieg ein­fah­ren konn­ten. Da wir nach dem Spiel nicht mehr unter Zeit­druck stan­den, nah­men wir dies­mal den deut­lich gün­sti­ge­ren Bus um zurück in die In­nen­stadt zu kom­men. Dort zog es uns an den Majdan, den Un­ab­hän­gig­keits­platz, wel­cher wäh­rend der Orange Re­vo­lu­tion 2004 und den Euro­majdan-Pro­tes­ten 2014 zu grö­ße­rer Be­kannt­heit ge­lang­te. Da die an­gren­zen­de acht­spu­ri­ge Haupt­ver­kehrs­stra­ße an Wo­chen­en­den für den Auto­ver­kehr ge­sperrt und so zur Fla­nier­meile wird, war die Gegend um den Majdan rich­tig gut be­sucht. Dort be­ga­ben wir uns in eine Haus­brau­e­rei, in der wir den Abend bei Live­mu­sik einer Ramm­stein-Cover­band aus­klin­gen lie­ßen.

SG Müden/Moselkern/Treis-Karden – TuS Koblenz 1:3 n.V.


31.08.2018
Rheinlandpokal (2. Runde)
Sportplatz am Schafsberg, Treis-Karden
Zuschauer: 700

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