Sportplatzhänger

Fußball • Groundhopping • Reisen

F91 Diddeleng – KKS Lech Poznań 1:1


25.08.2022
UEFA Europa Conference League (Play-offs, Rückspiel)
Stade de Luxembourg, Luxembourg (LUX)
Zuschauer: 1.935

Eintracht Frankfurt – FC Vaduz 1:0


15.08.2019
UEFA Europa League (3. Qualifikationsrunde, Rückspiel)
Commerzbank-Arena, Frankfurt am Main
Zuschauer: 48.000 (ausverkauft)

FC DAC 1904 Dunajská Streda – MKS Cracovia Kraków 1:1


11.07.2019
UEFA Europa League (1. Qualifikationsrunde, Hinspiel)
MOL Aréna, Dunajská Streda (SVK)
Zuschauer: 9.860

Da die beiden Kol­le­gen zum aller­ers­ten Mal in Buda­pest ver­weil­ten und uns am Vor­tag neben den drei Spiel­be­su­chen nicht mehr viel Zeit für andere Dinge blieb, zog es uns in den frü­hen Mit­tags­stun­den des Don­ners­tags erneut ins Zen­t­rum der un­ga­ri­schen Haupt­stadt. Im Schnell­durch­lauf klap­per­ten wir mit dem Par­la­ment, dem Burg­palast und der St.-Stephans-Basi­lika die wich­ti­gen Se­hens­wür­dig­kei­ten in Donau­nähe ab. Lei­der ist Sight­see­ing nicht gerade die Lie­blings­be­schäf­ti­gung der bei­den Schwei­zer Kul­tur­ba­nau­sen, wo­durch es schnellst­mög­lich weiter zum nächsten Punkt auf der Tages­ord­nung ging: Es­sen­fas­sen! So lie­ßen wir uns in einem ita­li­e­ni­schen Re­s­tau­rant nie­der, um zu tou­ris­tisch an­ge­pass­ten Prei­sen Pizza bzw. Pasta zu ver­zeh­ren. Zu­gleich be­rie­ten wir uns welches der bei­den po­ten­tiel­len Euro­pa­pokal­spiele das pas­sende Abend­pro­gramm für uns dar­stel­len sollte. Zur Aus­wahl stan­den zum einem das Spiel zwi­schen Honvéd Buda­pest und Žalgiris Vilnius, zum anderen das Spiel zwischen DAC Dunajská Streda und Cracovia Kraków. Obwohl das Heim­spiel von Honvéd viel ent­spann­ter zu er­rei­chen ge­we­sen wäre, ent­schie­den wir, auf­grund der vor­aus­sicht­lich bes­se­ren Atmo­sphäre, in die Süd­slo­wa­kei zu fahren.
Gegen Nach­mit­tag machten wir uns also auf die knapp 150 Ki­lo­me­ter lange Reise gen Dunajská Streda, wo wir gut 2 ½ Stun­den vor Spiel­be­ginn ein­tra­fen. Dunajská Streda ist eine Mit­tel­stadt, die nicht un­weit der un­ga­risch-slowa­ki­schen Grenze liegt und des­halb eine Be­son­der­heit auf­weist. Tat­säch­lich handelt es sich nämlich bei ¾ der 22.700 Ein­woh­ner um Mag­ya­ren, wes­halb Dunajská Streda als wich­tigs­tes Zen­t­rum der un­ga­ri­schen Min­der­heit in der Slo­wa­kei be­kannt ist. Daher ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass sich beim heu­ti­gen Heim­ver­ein und dessen Fans alles um das süd­lich ge­le­gene Nach­bar­land dreht. So steht das DAC im Ver­eins­namen bei­spiels­weise für das un­ga­ri­sche „Dunaszerdahelyi Atlétikai Club“, wie der Fuß­ball­klub zu Grün­dungs­zei­ten noch ge­nannt wurde.
Nach unserer An­kunft am Sta­dion gingen wir zunächst auf Ti­cket­suche und wurden schließ­lich für er­schwing­li­che 10 € fün­dig. Die MOL Aréna wurde nach dem Um­bau des alten Sta­di­ons erst in diesem Jahr neu er­öff­net und ge­nießt seit­dem den Sta­tus eines rei­nen All-Sea­ters mit ins­ge­samt 13.000 Sitz­plät­zen. Ob­wohl unsere Plätze für die Hin­ter­tor­tri­büne be­stimmt ge­we­sen wären, schli­chen wir uns kurz vor Spiel­be­ginn in den Eck­block der Haupt­tri­büne, um das Spiel von dort zu ver­fol­gen. Der aus­schlag­ge­bende Punkt dafür war, dass die Gäste aus Polen auf der sel­bi­gen Hin­ter­tor­tri­büne po­si­tio­niert waren und uns so der Genuss beide Fan­szenen zu be­ob­ach­ten, ver­wehrt ge­blie­ben wäre. Im Nach­gang be­wahr­hei­tete sich dies als ein­zig rich­tige Ent­schei­dung, denn fan­tech­nisch kam man heute voll auf seine Kos­ten. Gleich zu Beginn durfte man ein Intro be­stau­nen, wel­ches der pol­nisch-unga­ri­schen Freund­schaft ge­wid­met war. So sah man auf Heim­seite eine Choreo, bei der aus roten und weißen Papp­ta­feln die pol­ni­sche Na­tio­nal­flagge ent­stand und da­rü­ber hi­naus mit­tig eine Block­fahne mit der Ab­bil­dung eines pol­nisch-unga­risch kom­bi­nier­ten Wap­pens he­r­un­ter­ge­las­sen wurde. Zur sel­ben Zeit zeig­ten die Gäste­fans eben­falls mit Hilfe von Papp­ta­feln die Na­tio­nal­flagge des be­freun­de­ten Ungarns. Ab­ge­run­det wurde das Ganze, indem die Ge­gen­ge­rade in den blau-gelben Ver­eins­far­ben des DAC her­vor­stach. Im An­schluss daran bekam man sowohl im Heim- als auch im Gäste­block typisch ost­euro­pä­i­schen Sup­port in Form von Klatsch­ein­la­gen und Schlacht­rufen ge­bo­ten. Mal jeder nur für sich, mal zu­sam­men mit den geg­ne­ri­schen Fans im Wech­sel­ge­sang à la „Ria, Ria, Hungária“ oder „Polska! Polska!“. Von den 800 Gästen aus Krakau, welche sich zum Teil auch am Rand der Ge­gen­ge­rade sam­mel­ten, bekam man zudem eine kleine pyro­tech­ni­sche Ein­lage sowie zu Beginn der zweiten Hälfte ein Intro aus ein­heit­lich rot-weiß ge­streif­ten Schwenk­fah­nen prä­sen­tiert. Auf dem Spiel­feld ging es eben­falls heiß her, je­doch war man dem Geg­ner dort nicht ganz so po­si­tiv ge­stimmt wie auf den Rän­gen. Weder die eine noch die andere Mann­schaft wollte wich­tige Punkte her­schen­ken, wo­durch schließ­lich ein fai­res 1:1-Unent­schie­den zu Buche stand.
Nach Spiel­ende be­ga­ben wir uns so­fort zu unse­rem Ge­fährt und im An­schluss daran mit sel­bi­gem auf den Weg zurück nach Buda­pest in unser Hos­tel. Dort ließ man ein letz­tes Mal ge­mein­sam den Abend aus­klin­gen, bevor es am nächs­ten Mor­gen hieß Ab­schied von­ei­n­an­der zu neh­men. Wäh­rend Beni und Matteo auf dem Rück­weg in die Schweiz noch ein wei­te­res Spiel mit­nah­men, wurde es für mich Zeit zum Flug­ha­fen auf­zu­bre­chen und den Rück­flug gen Deutsch­land an­zu­tre­ten.

Ferencvárosi TC – PFC Ludogorets Razgrad 2:1


10.07.2019
UEFA Champions League (1. Qualifikationsrunde, Hinspiel)
Groupama Aréna, Budapest (HUN)
Zuschauer: 18.115

Am Abend stand mit dem Euro­pa­po­kal-Spiel zwischen Ferenc­város Buda­pest und Ludo­gorets Razgrad das Ziel­spiel des Tages auf dem Pro­gramm. Da wir hier heute mit einer vollen Hütte rech­ne­ten, hatten wir uns schon im Vor­feld mit Tickets ver­sorgt. Die Ticket­be­schaf­fung an sich ging re­la­tiv pro­b­lem­los über die Bühne, le­dig­lich die Un­freund­lich­keit der ge­gen­wär­ti­gen Mit­ar­bei­ter sowie die Re­gis­trie­rung für die ver­pflich­tende Fan­card samt Pass­foto und Venen­scan nervte etwas. Wäh­rend sich Beni und Matteo auf der Hin­ter­tor­tri­büne ein­buch­ten, gönnte ich mir ein Ticket für die Ge­gen­ge­rade, wel­ches sich auf 7.000 Fo­rint zu­züg­lich 1.000 Fo­rint für das un­frei­wil­lige Selbst­por­t­rät be­lief. Bei Be­tre­ten des Sta­dions erfüllte das ge­kaufte Ticket schließ­lich nur noch eine un­ter­ge­ord­nete Funk­tion, da der Zu­tritt vor­ran­gig über Venen­scan und Fan­card ge­währt wird. Wie die meis­ten gro­ßen Sta­dien in Buda­pest wurde auch das Sta­dion von Fradi vor eini­gen Jah­ren er­neu­ert und 2014 fei­er­lich er­öff­net. Seit­dem steht in Ferenc­város eine moderne Arena, die nor­ma­ler­weise für 23.700 Zu­schau­er Platz bie­tet. Bei in­ter­na­tio­na­len Spie­len ist die Ka­pa­zi­tät des Sta­dions jedoch um ca. 1.000 Plätze re­du­ziert, wo­durch das heu­tige Spiel mit etwas über 18.000 an­we­sen­den Zu­schau­ern recht gut be­sucht war. Be­son­ders die Heim­kurve von Fradi war gut ge­füllt, so­dass man auf ein stim­mungs­volles Spiel hoffen konnte. Zu Beginn der Partie sah man so bei­spiels­weise eine große Cho­reo­gra­phie aus Papp­ta­feln, welche das bo­xen­de Kon­ter­fei der be­kann­tes­ten Ultra­gruppe von Ferenc­város, den „Green Monsters“, dar­stell­te. Sonst ge­stal­tete sich der Sup­port im Heim­be­reich ty­pisch ost­euro­pä­isch und be­stand zu einem gro­ßen Teil aus Schlacht­rufen und Klatsch­ein­la­gen. Lei­der schwappte die Stim­mung aus dem Heim­block meist nur in span­nen­den Pha­sen aufs rest­liche Pub­li­kum über. Einen sou­ve­rä­nen Auf­tritt kann man den Heim­fans aller­dings trotz­dem be­schei­ni­gen. Im Gäste­block tum­mel­ten sich wäh­rend­des­sen ca. 100 Bul­ga­ren, die von Rasgrad aus eine An­rei­se von knapp 1.000 Ki­lo­me­tern hin­ter sich hatten. Wie zu er­war­ten, be­merk­te man von diesen sup­port­mä­ßig aller­dings wenig bis gar nichts. Auf dem Spiel­feld ge­stal­tete sich die Sache hin­ge­gen etwas aus­ge­gli­che­ner. Nach­dem Fradi früh in Füh­rung ge­gan­gen war, gelang es Ludo­gorets noch vor der Halb­zeit­pause zum 1:1 aus­zu­glei­chen. In der zwei­ten Spiel­hälfte waren es nun wieder die Ungarn, die zum er­neu­ten Füh­rungs­tref­fer ein­netz­ten und schließ­lich als Sie­ger vom Platz gingen. Nach Spiel­ende zog es uns zu­nächst auf ein paar Kalt­ge­tränke ins Szimpla Kert, bevor wir uns zurück in unser Hostel be­ga­ben, um etwas Kraft für den kom­men­den Tag zu tan­ken.

FC Progrès Niederkorn – Budapest Honvéd FC 2:0


02.08.2018
UEFA Europa League (2. Qualifikationsrunde, Rückspiel)
Stade Municipal de la Ville de Differdange,
Differdange-Obercorn (LUX)
Zuschauer: 1.852

Wie jedes Jahr am Anfang der Sai­son, zog es uns auch dies­mal wieder ins Groß­her­zog­tum Luxem­burg, um einem Spiel im Euro­pa­po­kal bei­zu­woh­nen. Da bis auf das Sta­dion von Progrès Nieder­korn alle Grounds der po­ten­ti­el­len lu­xem­bur­gi­schen Euro­pa­po­kal­tei­lneh­mer be­reits ge­kreuzt wurden, lag es dem­ent­spre­chend nahe wieder den Schwarz-Gel­ben einen Besuch ab­zu­stat­ten. Das Stade Jos Haupert, in dem Progrès nor­ma­ler­wei­se seine Heim­spie­le aus­trägt, scheint für in­ter­na­tio­nale Spiele jedoch nicht zu­ge­las­sen zu sein, sodass diese in der Regel im Sta­dion des FC Differ­dange aus­ge­tra­gen werden. Für Fabi und mich war das Sta­dion in Ober­korn zwar ein alter Hut, mit Honvéd Buda­pest war aber ein halb­wegs in­te­res­san­ter Gegner zu Gast, sodass wir uns doch dazu ent­schie­den die 2-stün­di­ge An­fahrt auf uns zu nehmen. Das Sta­dion, welches ein­sei­tig über eine große über­dachte Haupt­tri­büne ver­fügt, war heute mit über 1.800 Zu­schau­ern recht gut be­sucht. Im Heim­be­reich auf der Haupt­tri­büne sam­mel­te sich sogar ein klei­ner sup­port­wil­li­ger Hau­fen, der al­ler­dings mit ein paar Trom­meln aus­schließ­lich für stö­ren­den Krach sorgte. Im Gäs­te­block auf der Ge­gen­ge­ra­de fan­den sich zudem knapp 150 Fans aus Kispest ein, um den 14-mali­gen un­ga­ri­schen Meis­ter zu un­ter­stüt­zen. Zu Beginn lie­fer­ten die Un­garn einen an­ge­mes­se­nen Sup­port ab, welcher mit fort­lau­fen­der Spiel­zeit auf­grund der spie­le­ri­schen Leis­tung ihrer Mann­schaft al­ler­dings immer weiter ab­flach­te. Nach­dem Progrès im letzten Jahr den gro­ßen Rangers FC aus der ersten Quali-Runde schmiss, konnte man sich in diesem Jahr gegen den FK Qəbələ aus dem Aser­baid­schan durch­set­zen und hatte nun das Ziel erst­mals in der Ver­eins­ge­schich­te in die dritte Qua­li­fi­ka­tions­runde ein­zu­zie­hen. Zu unserer Ver­wun­de­rung war Progrès demnach auch über die kom­plette erste Halb­zeit spiel­an­ge­bend und Honvéd ab­so­lut chan­cen­los, sodass es für die Luxem­bur­ger mit einer ver­dien­ten 1:0-Füh­rung in die Pause ging. In der zwei­ten Halb­zeit sah man dann einen star­ken Kon­trast zur ersten Hälfte. Nun waren die Un­garn am Zug und dräng­ten auf das geg­ne­ri­sche Tor, um der an­schlie­ßen­den Ver­län­ge­rung nach dem 1:0-Heim­sieg im Hin­spiel ent­ge­gen­zu­wir­ken. Der be­nö­tig­te Tref­fer blieb al­ler­dings aus und man lief statt­des­sen in einen Kon­ter der Luxem­bur­ger, die so fünf Mi­nu­ten vor Schluss zum ent­schei­den­den 2:0-Sieg­tref­fer ein­netz­ten. In der drit­ten Quali-Runde traf Progrès an­schlie­ßend auf den FK Ufa aus Russ­land, gegen den man sich al­ler­dings nach einer Nie­der­lage und einem Un­ent­schie­den ge­schla­gen geben musste.

Atalanta BC – BV Borussia Dortmund 1:1


22.02.2018
UEFA Europa League (Sechzehntelfinale, Rückspiel)
MAPEI Stadium – Città del Tricolore, Reggio nell’Emilia (ITA)
Zuschauer: 20.000 (ausverkauft)

Kurz nach Bekannt­werden der Ticket­ver­gabe fürs Dort­munder Euro­pa­po­kal­spiel bei Atalanta Bergamo klin­gelte es bei mir am Tele­fon. Falke hatte glück­li­cher­weise Ti­ckets zu­ge­si­chert bekommen und bot mir eins davon an. Da ich für den Zeit­raum sowieso noch auf der Suche nach einer ge­eig­ne­ten Tour war, zö­gerte ich nicht lange und sagte zu. Mit Flexi wurde ein weiterer Mit­fahrer gefunden und schon wurde der Flug nach Italien gebucht. Am frühen Mitt­woch­morgen ging es also für er­schwing­liche 25 € mit Onkel Rainer von Köln nach Bergamo. Pünktlich um kurz nach 10 Uhr landeten wir am Flug­hafen Mailand-Bergamo, von wo es nach einer kurzen Orien­tie­rungs­phase mit dem Bus weiter in die In­nen­stadt von Bergamo ging. Dort angekommen hatten wir noch genügend Zeit, bevor wir um 13 Uhr mit dem Zug weiter nach Reggio nell’Emilia fahren wollten. Wir ge­neh­mig­ten uns ein Menabrea in einer nahe­ge­le­ge­nen Kneipe, wo wir auf zwei gleich­ge­sinnte Dort­munder trafen. Die beiden waren über­glück­lich ein Hotel in un­mit­tel­barer Nähe zum Stadio Atleti Azzurri d’Italia gefunden zu haben. Leider hatten sie nicht auf dem Schirm, dass das Stadion in Bergamo nicht für inter­na­tio­nale Spiele zugelassen ist und das morgige Spiel im 200 Kilometer ent­fern­ten Reggio nell’Emilia statt­finden sollte. Blöd gelaufen Jungs! In einem Super­markt besorgten wir uns für die 3 ½-stündige Zug­fahrt eine Palette Beck’s und begaben uns zum Bahn­steig. Für 18 € ging es erst mit der Bim­mel­bahn nach Mailand und von dort mit dem Inter­city weiter nach Reggio Emilia. Nachdem man ver­sehent­lich den halben Waggon überschwemmt und aufgrund falsch gebuchter Fahr­scheine zudem noch die Gut­mü­tig­keit des Schaff­ners aus­ge­nutzt hatte, erreichte man gegen 16:30 Uhr die 170.000 Einwohner große Hauptstadt der gleich­na­migen Provinz Reggio Emilia. Obwohl man heute Morgen in Bergamo und auch in Mailand noch mit bestem Wetter und Son­nen­schein begrüßt wurde, fing es mit unserer Ankunft heftig an zu regnen. Eins sei zuvor gesagt, dies sollte sich so schnell auch nicht mehr ändern. Schnell sprangen wir in den erst­besten Bus um zu unserer Un­ter­kunft in Cavriago, einem Vorort Reggio Emilias, zu gelangen. Cavriago liegt zwar nicht gerade zentral, für 17,50 € die Nacht landeten wir aber einen ab­so­luten Voll­tref­fer. Eine sehr nette Familie, vielleicht sogar etwas zu nett, vermietet dort die untere Etage ihrer Pri­vat­woh­nung als Apart­ment „Il Borghetto“. Uns erwartete ein Schlaf­zimmer mit Dop­pel­bett, ein eigenes Bade­zimmer und ein Wohn­zimmer mit Küche im per­fek­ten Zu­stand. Da kann man wirk­lich nicht meckern! Bis auf einen kleinen Abstecher zum Schmand­dö­ner um die Ecke, ver­brach­ten wir den rest­li­chen Abend auf der Couch mit einer gesunden Mischung aus „Best of Arno Dübel“ und den Resten der Beck’s-Palette.

Am nächsten Morgen schliefen wir etwas länger als von ver­gan­genen Touren gewohnt und früh­stück­ten erst­mal aus­gie­big. Der an­schlie­ßende Blick aus dem Fenster ließ jedoch nichts Gutes ver­hei­ßen. Über Nacht hatte sich das Wetter ver­schlech­tert und sogar etwas Neu­schnee war liegen geblieben. Unter diesen Um­stän­den ent­schie­den wir uns dazu erst gegen Mittag in die Stadt zu fahren und statt­dessen noch etwas in der Bude ab­zu­gam­meln. Gegen 13 Uhr wurde es dennoch Zeit nach Reggio Emilia auf­zu­bre­chen. In der In­nen­stadt trafen wir uns mit Weber, dem All­zeit­rei­sen­den und begaben uns zur BVB-Fan­meile, wo ein erstes Bier und ein un­de­fi­nier­bares Fleisch­ge­richt ver­drückt wurden. Bei mi­se­rab­lem Wet­ter und über­teu­er­ten Bier­prei­sen war es für uns al­ler­dings keine Option die nächsten Stunden auf der BVB-Fan­meile aus­zu­har­ren. Auf der Suche nach einem Super­markt ent­deck­ten wir die in Sta­dion­nähe be­find­liche Bar „Burani“. Im warmen Inneren der Bar ließ es sich aus­hal­ten und auch die Getränke waren um einiges günstiger als vor dem Sta­dion. Langsam füllte sich der Laden auch mit Atalanta-An­hän­gern, welche bereits das ein oder andere Lied träl­ler­ten und für einen kleinen Vor­ge­schmack sorgten. Einzig die Staats­macht schien sich daran zu stören, wes­we­gen diese im 5-Minuten­takt herein­spa­zierte um nach dem Rechten zu sehen. Eine Stunde vor Kick-off machten wir uns schließ­lich wieder auf zum Stadion. Jetzt roch es auch auf dem Vor­platz nach Fuß­ball und die Schlange zum Gäs­te­block wurde länger und länger. Obwohl man im Vor­feld versichert bekam, dass Regen­schirme im Sta­dion erlaubt wären, wurde einem dieser von den Ord­nern am Ein­gangs­be­reich Wi­der­wil­lens ab­ge­nom­men. Dis­ku­tie­ren blieb er­folg­los, sodass wir uns bei starkem Schnee­regen un­ge­schützt auf der Hin­ter­tor­tri­büne des Stadio Città del Tricolore nie­der­lie­ßen. Während die Haupt­tri­büne und Ge­gen­ge­rade über­dacht sind, sind sowohl die Heim- als auch Gäs­te­fans auf den un­über­dach­ten Hin­ter­tor­sei­ten un­ter­ge­bracht. Bei so einem Drecks­wet­ter nicht gerade vor­teil­haft! Das Stadio Città del Tricolore, neu­er­dings auch MAPEI Stadium genannt, ist nor­ma­ler­weise die Heim­spiel­stätte von US Sassuolo, sowie des Dritt­li­gi­sten AC Reggiana und bietet Platz für 29.500 Zu­schauer. Wie bereits erwähnt, werden jedoch auch die Eu­ro­pa­po­kal­spiele des seit 1990 erst­mals wieder in­ter­na­tio­nal spie­len­den Atalanta BC im hiesigen Stadion ausgetragen. Kein Wunder also, dass das heutige Spiel mit 20.000 an­we­sen­den Zu­schau­ern rest­los aus­ver­kauft war. Da­run­ter ca. 4.000 Schlach­ten­bumm­ler aus Dort­mund, von denen zum Intro eine Cho­reo­gra­phie unter dem Motto „Ob du’s glaubst oder nicht – wir tun das alles nur für dich!“ gezeigt wurde. Dazu wurden schwarze und gelbe Fo­lien­schals, sowie das BVB-Wappen prä­sen­tiert und mit Pyro­tech­nik un­ter­malt. Auch auf der anderen Seite gab es zu Beginn eine Choreo zu bestaunen. Dort sah man eben­falls eine von sil­ber­nen Folien ein­ge­rahmte Block­fahne des Ver­eins­wap­pens, zudem wurde hinter der Tri­büne ein Feuer­werk ab­ge­schos­sen. Auch während des Spiels wurden in beiden Fan­blöcken immer wieder ver­ein­zelte Ben­ga­los ge­zün­det. Auf das mehr­ma­lige Be­schie­ßen des Fa­mi­lien­blocks mit Leucht­spur aus dem Gäs­te­block hätte man al­ler­dings gut ver­zich­ten können. Nach dem 3:2-Heim­sieg im Hin­spiel reichte der Borussia nun ein Un­ent­schie­den um das Wei­ter­kom­men in die nächste Runde klar zu machen. Das dar­ge­bo­tene Spiel der Dort­munder war heute aller­dings unter aller Sau. Bereits nach 11 Mi­nu­ten ging Atalanta in Füh­rung und auch danach kam lange Zeit nicht viel von den Schwarz-Gelben. Während sich Weber früh­zei­tig vom Acker machte um einer späteren Block­sperre zu ent­gehen, folgten wir im Dau­er­re­gen wei­ter­hin dem grot­tigen Ge­kicke auf dem Platz. Als fast niemand mehr mit einem Er­folg der Dort­munder rechnete, fiel in der 83. Minute doch noch der er­lö­sende Aus­gleichs­tref­fer. Wirk­lich schlecht gespielt und doch noch eine Runde wei­ter­ge­kom­men, man muss auch mal Glück haben. Nachdem die 45-minütige Block­sperre ab­ge­ses­sen wurde, ging es schließ­lich zu Fuß zum Haupt­bahn­hof, in der Hoff­nung dort ein Taxi zu er­gat­tern. Am Bahn­hof standen aber schon 100 weitere Deutsche auf der Suche nach einer Fahr­ge­le­gen­heit nach Parma, Bologna oder wie in unserem Fall ins 8 Kilo­meter ent­fernte Cavriago. Das grund­le­gende Problem an der Sache war, dass quasi keine ver­füg­ba­ren Taxis in Reggio Emilia abrufbar waren. Nach quälenden zwei Stunden Warte­zeit erwischte man dann doch noch das schein­bar einzig exis­tente Taxi der Stadt. Mitt­lerw­eile waren auch die Straßen 10 cm hoch mit Schnee bedeckt, sodass es nur in Schritt­ge­schwin­dig­keit vorwärts ging und erst gegen halb 3 unsere Unter­kunft erreicht wurde. Dort wurden sämt­liche Kla­mot­ten zum Trock­nen auf­ge­hangen, bevor es schnellst­mög­lich ins Bett ging um sich wieder etwas auf­zu­wär­men und dringend be­nö­tig­ten Schlaf nach­zu­holen.

PFK Botev Plovdiv – Beitar Jerusalem FC 4:0


20.07.2017
UEFA Europa League (2. Qualifikationsrunde, Rückspiel)
Stadion Lazur, Burgas (BUL)
Zuschauer: 6.400

Zur zweiten Quali­fi­ka­tions­runde der Europa League planten Fabi und ich einen neuen Län­der­punkt einzutüten. So schielten wir in Richtung Bulgarien und entschieden uns dazu die vielversprechende Partie zwischen Levski Sofia und Hajduk Split anzusteuern. Einen Tag nach dem wir die Flüge nach Sofia gebucht hatten, hörten wir dann von der Hiobs­bot­schaft. Das Spiel sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Für uns ein Schlag ins Gesicht! Schnell wurden die Spielpläne gecheckt und mit dem Euro­pa­pokal­spiel von Botev Plovdiv wurde ein akzeptabler Ersatz gefunden. Etwas problematisch dabei war jedoch, dass das neu angepeilte Spiel in der von Sofia 400 Kilometer entfernten Küsten­stadt Burgas stattfinden sollte. In Burgas deswegen, weil die momentane Heim­spiel­stätte in Plovdiv durch ihre zu geringe Kapazität für internationale Spiele nicht in Frage kommt. Dazu aber später mehr.
Am frühen Mitt­woch­nach­mittag starteten wir mit dem pinken Billig­bomber von Wizz Air in Frankfurt am Main und landeten knapp 2 ½ Stunden später gegen 18 Uhr am Airport in Sofia. Dort angekommen hieß es zunächst die Metro-Station zu finden. Da wir uns am stark herunter­ge­kommenen Terminal 2 befanden, mussten wir zunächst zwei Kilometer latschen um das neuere Terminal 1 und damit auch die Metro-Station zu erreichen. Für kleines Geld kauften wir uns ein Ticket in die Innenstadt und weil uns noch ein paar Stunden Zeit blieben, sollte noch etwas Sight­seeing betrieben werden. An der Universität verließen wir die Bahn und begaben uns zum Wahrzeichen Sofias, der bekannten Alexander-Newski-Kathedrale. Die orthodoxe Kirche ist der Sitz des bulgarischen Patri­archen und erscheint durch die vielen Dach­kuppeln sehr prunkvoll. Wir schossen etliche Bilder der Kathedrale und machten uns auf den Weg zum nächsten Ziel. Dieses sollten das National­stadion und das Stadion von CSKA Sofia sein. Während das Stadion Vasil Levski nur von außen begutachtet werden konnte, standen die Tore im Stadion Bâlgarska Armija offen. Da aber jede Menge Szene-Leute von CSKA in Stadionnähe rum­lunger­ten und uns auch die ersten schiefen Blicke erreichten, sparten wir uns auch das Spotten dieses Grounds. Nun besorgten wir uns Bier und etwas Ess­bares für die spätere Fahrt und machten uns auf zum Hauptbahnhof, wo um 22:45 Uhr der Nachtzug nach Burgas einfahren sollte. Für 20,90 Lew, umgerechnet ca. 10 €, sicherten wir uns schon im Vorfeld unsere Plätze in einem Abteil für 8 Personen, welches wir uns mit zwei weiteren bulgarischen Mitfahrern teilten. Gegen Mitternacht rollte der Zug dann auch endlich mit einer Verspätung von über einer Stunde los. Wir vernichteten noch schnell ein paar Büch­sen Bier, bevor wir uns soweit möglich etwas Schlaf gönnten.
Nach einer viel zu kurzen Nacht standen wir am nächsten Morgen ein wenig unausgeschlafen in Burgas, der viertgrößten Stadt Bulgariens. Als erstes wollten wir uns das Stadion Chernomorets anschauen. Der langjährig in der ersten bulgarischen Liga spielende Chernomorets Burgas trug dort von 1954 bis 2006 seine Heimspiele aus. Nach 2006 sollte das Stadion eigentlich durch eine moderne Arena ersetzt werden, doch wegen des Absturzes von Chernomorets in die unterste Klasse des bulgarischen Fußballs hat sich bis heute nichts am Stadion getan und die leeren Ränge wurden langsam, aber sicher von der Natur zurück­er­obert. Nach einem 20-minütigen Fuß­marsch erreichten wir unser Ziel und beschafften uns unerlaubt Einlass ins Innere des Lost Grounds. Eigentlich schade, dass in dieser geilen Schüssel in naher Zukunft kein Fußball mehr gespielt wird. Nachdem wir eine gute halbe Stunde im völlig zu­ge­wucher­ten Stadion verbracht hatten, ging es mit dem Bus zurück in die City. Dort schlen­der­ten wir ein wenig durch die Fußgängerzone, früh­stück­ten erstmal ordentlich und machten uns anschließend auf zum Stadt­strand. Hier machten wir es uns in der Sonne bequem und holten dringend benötigten Schlaf nach. Von 11-16 Uhr re­lax­ten wir dann in einer Strand­bar, in der wir uns so manch frisch ge­zapf­tes Burgasko in den Hals schraubten und die Aussicht auf das Schwarze Meer genossen. Im Anschluss daran sollte im Happy Grill unser Hunger gestillt werden. Die Fleisch­ge­rich­te waren wirklich sehr lecker und mit den fast ausschließlich hübschen, weiblichen Be­die­nungen gab es sogar noch was fürs Auge. Nach der ausgiebigen Stärkung sollte es jetzt endlich zum eigentlichen Grund der Reise gehen.
Im Stadion Lazur, der Heim­spiel­stätte des Zweit­li­gisten Neftochimic Burgas, fand am Abend das Heim­spiel von Botev Plovdiv gegen Beitar Jerusalem statt. Auf dem Weg zum Stadion gerieten wir in den Corteo der Israelis, was uns bereits einen kleinen Vor­ge­schmack für später gab. Der Gäs­te­an­hang aus Jerusalem sang sich in bester Laune ein und ließ dabei auch schon die ersten pyro­tech­nischen Gegenstände abbrennen. Am Stadion angekommen sicherten wir uns für 15 Lew Tickets für die Gegen­ge­rade und en­ter­ten den Ground. Das Stadion Lazur bietet insgesamt Platz für 18.000 Zuschauer und war mit den heute anwesenden 6.400 Zuschauern nicht annähernd gefüllt. Der Gäs­te­an­hang war mit knapp 600 Schlach­ten­bumm­lern hingegen gut vertreten. Wie erwartet machte der Gäste­block um die „La Familia“ zu Beginn ordentlich Lärm, doch mit laufender Spiel­zeit flachte das Ganze aufgrund des hohen Rück­stands leider immer weiter ab. Aber auch die Heimfans um die „Bultras“ sorgten für kontinuierlich gute Stimmung und vor allem gegen Ende des Spiels stieg des Öfteren auch die ganze Gegen­gerade mit in die Gesänge ein. Vom Spiel her war das heute eine klare Angelegenheit. Der zweimalige bulgarische Meister und Pokal­sieger Botev Plovdiv fertigte die Gäste aus Jerusalem mit 4:0 ab und war somit nach dem Remis im Hin­spiel sicher in der nächsten Runde der Europa-League-Qualifikation. Dort traf man auf CS Marítimo Funchal aus Portugal gegen die man sich mit einer Niederlage und einem Unentschieden geschlagen geben musste.
Nach dem Spiel ging es noch kurz zurück in die Stadt um uns ein paar Cock­tails zu gönnen. Um 1 Uhr wartete dann der Fern­bus der Firma Union-Ivkoni am Hauptbahnhof und brachte uns für 25 Lew über Nacht zurück nach Sofia. Dort ging es mit der Metro auf direktem Weg zum Flughafen um die Heim­rei­se nach Deutschland anzutreten.

FC Progrès Niederkorn – Glasgow Rangers FC 2:0


04.07.2017
UEFA Europa League (1. Qualifikationsrunde, Rückspiel)
Stade Josy Barthel, Luxembourg (LUX)
Zuschauer: 5.535

Seit meiner letzten Luxemburg-Tour war noch keine Woche vergangen, da stand schon mein nächster Besuch im Groß­herzog­tum an. Grund meines erneuten Besuches war das Gast­spiel der Glasgow Rangers in der ersten Quali­fikations­runde der Europa League im Stade Josy Barthel. Da die eigentliche Heim­spiel­stätte von Progrès Niederkorn, mit nur einer Kapazität von 2.800 Zuschauern, die Anforderungen dieser Partie nicht erfüllt, wurde das Spiel ins National­stadion verlegt. Das Stade Josy Barthel konnte ich zwar schon vor einigen Jahren kreuzen, dennoch wollte ich mir das erste Europa­pokal­spiel der Rangers seit dem Zwangs­ab­stieg 2012 nicht nehmen lassen.
Gerade weil das letzte Spiel im Europa­pokal für die Rangers schon was länger her ist, rechneten wir mit einer hohen Anzahl von schottischen Fans. Um die 2.000 Schotten folgten ihrem Team nach Luxemburg und auch Be­flaggung der befreundeten Hamburger war vereinzelt im Stadion zu sehen. Support­mäßig startete der Gäste­block um die Union Bears gut ins Spiel, doch leider übertrug sich die Stimmung nie auf die anliegenden Blöcke und ebbte im Laufe des Spiels immer weiter ab. Vom Support der Schotten hatte man sich ehrlich gesagt ein kleines bisschen mehr erwartet. Überraschend für uns war hingegen die Unterstützung der Heimfans. Zu Beginn des Spiels wurde von ihnen eine nette Choreo aus schwarzen und gelben Papp­tafeln, sowie den Vereins­initialen gezeigt. Danach beteiligten sich ständig 50-60 Leute an Schlacht­rufen und Klatsch­ein­lagen, welche von einem Capo vorgegeben wurden.
Aber auch auf dem Platz reichte es heute für eine Sensation. Progrès gewann das Spiel unerwartet mit 2:0 und zog nach der 1:0-Niederlage im Hinspiel erstmals in die zweite Quali­fikations­runde ein. Im 14. Spiel war der heutige Sieg zugleich der erste Sieg in der Europa­pokal-Geschichte von Progrès Niederkorn. Das Stadion stand Kopf und im Heim­block wurde der Einzug in die nächste Runde mit dem Zünden gelber Rauch­töpfe gefeiert.

CS Fola Esch – FC Milsami Orhei 2:1


29.06.2017
UEFA Europa League (1. Qualifikationsrunde, Hinspiel)
Stade Émile Mayrisch, Esch-sur-Alzette (LUX)
Zuschauer: 989

Wie auch schon die Jahre zuvor zog es mich traditionell zu Beginn der neuen Saison zu einem Spiel der Europa-League-Qualifikation nach Luxemburg. So nutzte ich die Chance den letzten freien Platz im Auto von Hopping Orange Blue zu ergattern und zusammen mit Björn, Dennis und Philipp ging es leicht beengt die 200 Kilometer nach Esch-sur-Alzette. Am Stadion angekommen sicherten wir uns direkt für 10 € Sitzplatz-Tickets für die Gegen­gerade. Das Stadion von Fola Esch verfügt über eine kleine Haupt­tribüne und eine unüber­dachte mit Sitz­plätzen aus­ge­stattete Gegen­gerade, die über die komplette Längs­seite geht.
Heutiger Gast im Stade Émile Mayrisch war der einmalige moldau­ische Meister FC Milsami Orhei, der in der letzten Saison den dritten Platz der Divizia Națională belegte. In der ersten Halb­zeit war das Spiel­ge­sche­hen relativ ein­seitig zugunsten von Fola, was mit einem frühen Füh­rungs­treffer und einem späteren Füh­rungs­ausbau belohnt wurde. Erst in der zweiten Hälfte kamen die Gäste aus Moldawien besser ins Spiel, aber trotzdem reichte es nur noch zum 2:1-Anschluss­treffer in der 81. Spiel­minute. Durch das Unent­schie­den im Rück­spiel zog Fola Esch schließlich in die zweite Quali-Runde ein, in der noch Inter Baku aus Aserbaidschan aus­ge­schal­tet wurde. In der dritten Runde war dann aber Schluss und man musste sich gegen den schwe­dischen Erstligisten Östersunds FK geschlagen geben.

FC Schalke 04 – PAOK Thessaloniki FC 1:1


22.02.2017
UEFA Europa League (Sechzehntelfinale, Rückspiel)
VELTINS-Arena, Gelsenkirchen
Zuschauer: 50.619

Da wegen der anstehenden Karnevalstage das Aufeinandertreffen zwischen Schalke und PAOK von Schwerdonnerstag auf Mittwoch 18 Uhr vorverlegt wurde, hieß es für uns frühzeitig aufzubrechen um den alltäglichen Feier­abendverkehr zu umgehen. Deshalb planten wir heute 4 Stunden ein, obwohl die Strecke normalerweise in unter 2 Stunden zu schaffen ist. Trotzdem fuhren wir von einem Stau in den nächsten, sodass wir erst gegen 17 Uhr Gelsenkirchen erreichten. In Gelsenkirchen selbst wurde es allerdings nicht besser und so ging es im Schneckentempo weiter Richtung Stadion. Schließlich hätte man ziemlich genau mit Anpfiff des Spiels das Stadion geentert, wenn man in Stadionnähe einen Parkplatz gefunden hätte. Dies war natürlich nicht der Fall, also ging es weiter auf Parkplatzsuche. Als man dann einen kilometerweit entfernten Parkplatz gefunden hatte, fing es dermaßen an zu pissen, dass man am liebsten direkt im Auto sitzengeblieben wäre. Trotzdem hieß es raus aus der Karre und ab ins Stadion.
Zur 25. Minute saßen wir also klitschnass bis auf die Socken und die Unterhose auf unseren Plätzen. Aber nicht nur deswegen waren wir erheblich angepisst, denn auf Schalker Seite rechneten wir heute mit der angekündigten Eurofighter-Choreo zu Ehren des Europapokalgewinns vor 20 Jahren und wir waren noch im Glauben diese verpasst zu haben. Später erfuhren wir zwar, dass die Choreo heute nicht gezeigt wurde, aber einige Spruchbänder verpassten wir trotzdem zu Beginn des Spiels. Aber auch während des Spiels wurden immer wieder Spruchbänder vorgeführt. Aufgrund des umstrittenen Polizeieinsatzes im Jahr 2013 wurde von den Hugos der Spruch „Verletzte durch Polizei: 89, Verletzte durch Fans: 0, Aufarbeitung 0, Eier vom Vorstand: 0“ präsentiert, zudem gab es einen großen ACAB-Schriftzug zu sehen. Da der damalige Polizeieinsatz ausgelöste wurde, weil die „Komiti Skopje“-Fahne im Block aufgehangen wurde, gab es diesmal den Aufruf vom Verein keine provozierenden Fahnen mitzubringen. Trotzdem schaffte es die Zaunfahne der befreundeten Ultras von Vardar Skopje wieder in den Heimblock und zusammen mit dem „Fucking PAOK Fans“-Spruchband wurden einige Mazedonien-Flaggen und der Stern von Vergina auf rotem Grund gezeigt. Auch die Fans von PAOK, welche teilweise sehr laut wurden und zahlenmäßig sehr gut vertreten waren, ließen es sich nicht nehmen ihre Abneigung gegenüber der Heimfans zu äußern. Unter anderem präsentierten sie den Stern von Vergina auf blauem Grund, welcher für die griechische Region Makedonien steht.

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