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FC Progrès Niederkorn – Budapest Honvéd FC 2:0


02.08.2018
UEFA Europa League (Qualifikation 2. Runde)
Stade Municipal de la Ville de Differdange, Differdange-Oberkorn (LUX)
Zuschauer: 1.852

Wie jedes Jahr am Anfang der Sai­son, zog es uns auch dies­mal wie­der ins Groß­her­zog­tum Luxem­burg, um einem Spiel im Euro­pa­po­kal bei­zu­woh­nen. Da bis auf das Sta­dion von Progrès Nieder­korn alle Grounds der po­ten­ti­el­len lu­xem­bur­gi­schen Euro­pa­po­kal­tei­lneh­mer be­reits ge­kreuzt wur­den, lag es dem­ent­spre­chend nahe wie­der den Schwarz-Gel­ben einen Besuch ab­zu­stat­ten. Das Stade Jos Haupert, in dem Progrès nor­ma­ler­wei­se sei­ne Heim­spie­le aus­trägt, scheint für in­ter­na­tio­nale Spiele jedoch nicht zu­ge­las­sen zu sein, sodass die­se in der Regel im Sta­dion des FC Differ­dange aus­ge­tra­gen wer­den. Für Fabi und mich war das Sta­dion in Ober­korn zwar ein alter Hut, mit Honvéd Buda­pest war aber ein halb­wegs in­te­res­san­ter Gegner zu Gast, sodass wir uns doch dazu ent­schie­den die 2-stün­di­ge An­fahrt auf uns zu neh­men. Das Sta­dion, wel­ches ein­sei­tig über eine gro­ße über­dachte Haupt­tri­büne ver­fügt, war heu­te mit über 1.800 Zu­schau­ern recht gut be­sucht. Im Heim­be­reich auf der Haupt­tri­büne sam­mel­te sich sogar ein klei­ner sup­port­wil­li­ger Hau­fen, der al­ler­dings mit ein paar Trom­meln aus­schließ­lich für stö­ren­den Krach sorg­te. Im Gäs­te­block auf der Ge­gen­ge­ra­de fan­den sich zudem knapp 150 Fans aus Kispest ein, um den 14-mali­gen un­ga­ri­schen Meis­ter zu un­ter­stüt­zen. Zu Beginn lie­fer­ten die Un­garn einen an­ge­mes­se­nen Sup­port ab, wel­cher mit fort­lau­fen­der Spiel­zeit auf­grund der spie­le­ri­schen Leis­tung ihrer Mann­schaft al­ler­dings immer wei­ter ab­flach­te. Nach­dem Progrès im letz­ten Jahr den gro­ßen Rangers FC aus der ers­ten Quali-Runde schmiss, konn­te man sich in die­sem Jahr gegen den FK Qəbələ aus dem Aser­baid­schan durch­set­zen und hat­te nun das Ziel erst­mals in der Ver­eins­ge­schich­te in die drit­te Qua­li­fi­ka­tions­runde ein­zu­zie­hen. Zu unse­rer Ver­wun­de­rung war Progrès dem­nach auch über die kom­plette ers­te Halb­zeit spiel­an­ge­bend und Honvéd ab­so­lut chan­cen­los, sodass es für die Luxem­bur­ger mit einer ver­dien­ten 1:0-Füh­rung in die Pause ging. In der zwei­ten Halb­zeit sah man dann einen star­ken Kon­trast zur ers­ten Hälfte. Nun waren die Un­garn am Zug und dräng­ten auf das geg­ne­ri­sche Tor, um der an­schlie­ßen­den Ver­län­ge­rung nach dem 1:0-Heim­sieg im Hin­spiel ent­ge­gen­zu­wir­ken. Der be­nö­tig­te Tref­fer blieb al­ler­dings aus und man lief statt­des­sen in einen Kon­ter der Luxem­bur­ger, die so fünf Mi­nu­ten vor Schluss zum ent­schei­den­den 2:0-Sieg­tref­fer ein­netz­ten. In der drit­ten Quali-Runde traf Progrès an­schlie­ßend auf den FK Ufa aus Russ­land, gegen den man sich al­ler­dings nach einer Nie­der­lage und einem Un­ent­schie­den ge­schla­gen geben muss­te.

Atalanta BC – BV Borussia Dortmund 1:1


22.02.2018
UEFA Europa League (Sechzehntelfinale, Rückspiel)
MAPEI Stadium – Città del Tricolore, Reggio nell’Emilia (ITA)
Zuschauer: 20.000 (aus­ver­kauft)

Kurz nach Bekannt­werden der Ticket­ver­gabe fürs Dort­munder Euro­pa­po­kal­spiel bei Atalanta Bergamo klin­gelte es bei mir am Tele­fon. Falke hat­te glück­li­cher­weise Ti­ckets zu­ge­si­chert bekom­men und bot mir eins davon an. Da ich für den Zeit­raum sowie­so noch auf der Suche nach einer ge­eig­ne­ten Tour war, zö­gerte ich nicht lan­ge und sag­te zu. Mit Flexi wur­de ein wei­te­rer Mit­fahrer gefun­den und schon wur­de der Flug nach Italien gebucht. Am frü­hen Mitt­woch­morgen ging es also für er­schwing­liche 25 € mit Onkel Rainer von Köln nach Bergamo. Pünktlich um kurz nach 10 Uhr lan­de­ten wir am Flug­hafen Mailand-Bergamo, von wo es nach einer kur­zen Orien­tie­rungs­phase mit dem Bus wei­ter in die In­nen­stadt von Bergamo ging. Dort ange­kom­men hat­ten wir noch genü­gend Zeit, bevor wir um 13 Uhr mit dem Zug wei­ter nach Reggio nell’Emilia fah­ren woll­ten. Wir ge­neh­mig­ten uns ein Menabrea in einer nahe­ge­le­ge­nen Kneipe, wo wir auf zwei gleich­ge­sinnte Dort­munder tra­fen. Die bei­den waren über­glück­lich ein Hotel in un­mit­tel­barer Nähe zum Stadio Atleti Azzurri d’Italia gefun­den zu haben. Leider hat­ten sie nicht auf dem Schirm, dass das Stadion in Bergamo nicht für inter­na­tio­nale Spiele zuge­las­sen ist und das mor­gi­ge Spiel im 200 Kilometer ent­fern­ten Reggio nell’Emilia statt­finden soll­te. Blöd gelau­fen Jungs! In einem Super­markt besorg­ten wir uns für die 3 ½-stündige Zug­fahrt eine Palette Beck’s und bega­ben uns zum Bahn­steig. Für 18 € ging es erst mit der Bim­mel­bahn nach Mailand und von dort mit dem Inter­city wei­ter nach Reggio Emilia. Nachdem man ver­sehent­lich den hal­ben Waggon über­schwemmt und auf­grund falsch gebuch­ter Fahr­scheine zudem noch die Gut­mü­tig­keit des Schaff­ners aus­ge­nutzt hat­te, erreich­te man gegen 16:30 Uhr die 170.000 Einwohner gro­ße Hauptstadt der gleich­na­migen Provinz Reggio Emilia. Obwohl man heu­te Morgen in Bergamo und auch in Mailand noch mit bes­tem Wetter und Son­nen­schein begrüßt wur­de, fing es mit unse­rer Ankunft hef­tig an zu reg­nen. Eins sei zuvor gesagt, dies soll­te sich so schnell auch nicht mehr ändern. Schnell spran­gen wir in den erst­besten Bus um zu unse­rer Un­ter­kunft in Cavriago, einem Vorort Reggio Emilias, zu gelan­gen. Cavriago liegt zwar nicht gera­de zen­tral, für 17,50 € die Nacht lan­de­ten wir aber einen ab­so­luten Voll­tref­fer. Eine sehr net­te Familie, viel­leicht sogar etwas zu nett, ver­mie­tet dort die unte­re Etage ihrer Pri­vat­woh­nung als Apart­ment „Il Borghetto“. Uns erwar­te­te ein Schlaf­zimmer mit Dop­pel­bett, ein eige­nes Bade­zimmer und ein Wohn­zimmer mit Küche im per­fek­ten Zu­stand. Da kann man wirk­lich nicht meckern! Bis auf einen klei­nen Abstecher zum Schmand­dö­ner um die Ecke, ver­brach­ten wir den rest­li­chen Abend auf der Couch mit einer gesun­den Mischung aus „Best of Arno Dübel“ und den Resten der Beck’s-Palette.

Am nächs­ten Morgen schlie­fen wir etwas län­ger als von ver­gan­genen Touren gewohnt und früh­stück­ten erst­mal aus­gie­big. Der an­schlie­ßende Blick aus dem Fenster ließ jedoch nichts Gutes ver­hei­ßen. Über Nacht hat­te sich das Wetter ver­schlech­tert und sogar etwas Neu­schnee war lie­gen geblie­ben. Unter die­sen Um­stän­den ent­schie­den wir uns dazu erst gegen Mittag in die Stadt zu fah­ren und statt­dessen noch etwas in der Bude ab­zu­gam­meln. Gegen 13 Uhr wur­de es den­noch Zeit nach Reggio Emilia auf­zu­bre­chen. In der In­nen­stadt tra­fen wir uns mit Weber, dem All­zeit­rei­sen­den und bega­ben uns zur BVB-Fan­meile, wo ein ers­tes Bier und ein un­de­fi­nier­bares Fleisch­ge­richt ver­drückt wur­den. Bei mi­se­rab­lem Wet­ter und über­teu­er­ten Bier­prei­sen war es für uns al­ler­dings kei­ne Option die nächs­ten Stunden auf der BVB-Fan­meile aus­zu­har­ren. Auf der Suche nach einem Super­markt ent­deck­ten wir die in Sta­dion­nähe be­find­liche Bar „Burani“. Im war­men Inneren der Bar ließ es sich aus­hal­ten und auch die Getränke waren um eini­ges güns­ti­ger als vor dem Sta­dion. Langsam füll­te sich der Laden auch mit Atalanta-An­hän­gern, wel­che bereits das ein oder ande­re Lied träl­ler­ten und für einen klei­nen Vor­ge­schmack sorg­ten. Einzig die Staats­macht schien sich dar­an zu stö­ren, wes­we­gen die­se im 5-Minuten­takt herein­spa­zierte um nach dem Rechten zu sehen. Eine Stunde vor Kick-off mach­ten wir uns schließ­lich wie­der auf zum Stadion. Jetzt roch es auch auf dem Vor­platz nach Fuß­ball und die Schlange zum Gäs­te­block wur­de län­ger und län­ger. Obwohl man im Vor­feld ver­si­chert bekam, dass Regen­schirme im Sta­dion erlaubt wären, wur­de einem die­ser von den Ord­nern am Ein­gangs­be­reich Wi­der­wil­lens ab­ge­nom­men. Dis­ku­tie­ren blieb er­folg­los, sodass wir uns bei star­kem Schnee­regen un­ge­schützt auf der Hin­ter­tor­tri­büne des Stadio Città del Tricolore nie­der­lie­ßen. Während die Haupt­tri­büne und Ge­gen­ge­rade über­dacht sind, sind sowohl die Heim- als auch Gäs­te­fans auf den un­über­dach­ten Hin­ter­tor­sei­ten un­ter­ge­bracht. Bei so einem Drecks­wet­ter nicht gera­de vor­teil­haft! Das Stadio Città del Tricolore, neu­er­dings auch MAPEI Stadium genannt, ist nor­ma­ler­weise die Heim­spiel­stätte von US Sassuolo, sowie des Dritt­li­gi­sten AC Reggiana und bie­tet Platz für 29.500 Zu­schauer. Wie bereits erwähnt, wer­den jedoch auch die Eu­ro­pa­po­kal­spiele des seit 1990 erst­mals wie­der in­ter­na­tio­nal spie­len­den Atalanta BC im hie­si­gen Stadion aus­ge­tra­gen. Kein Wunder also, dass das heu­ti­ge Spiel mit 20.000 an­we­sen­den Zu­schau­ern rest­los aus­ver­kauft war. Da­run­ter ca. 4.000 Schlach­ten­bumm­ler aus Dort­mund, von denen zum Intro eine Cho­reo­gra­phie unter dem Motto „Ob du’s glaubst oder nicht – wir tun das alles nur für dich!“ gezeigt wur­de. Dazu wur­den schwar­ze und gel­be Fo­lien­schals, sowie das BVB-Wappen prä­sen­tiert und mit Pyro­tech­nik un­ter­malt. Auch auf der ande­ren Seite gab es zu Beginn eine Choreo zu bestau­nen. Dort sah man eben­falls eine von sil­ber­nen Folien ein­ge­rahmte Block­fahne des Ver­eins­wap­pens, zudem wur­de hin­ter der Tri­büne ein Feuer­werk ab­ge­schos­sen. Auch wäh­rend des Spiels wur­den in bei­den Fan­blöcken immer wie­der ver­ein­zelte Ben­ga­los ge­zün­det. Auf das mehr­ma­lige Be­schie­ßen des Fa­mi­lien­blocks mit Leucht­spur aus dem Gäs­te­block hät­te man al­ler­dings gut ver­zich­ten kön­nen. Nach dem 3:2-Heim­sieg im Hin­spiel reich­te der Borussia nun ein Un­ent­schie­den um das Wei­ter­kom­men in die nächs­te Runde klar zu machen. Das dar­ge­bo­tene Spiel der Dort­munder war heu­te aller­dings unter aller Sau. Bereits nach 11 Mi­nu­ten ging Atalanta in Füh­rung und auch danach kam lan­ge Zeit nicht viel von den Schwarz-Gelben. Während sich Weber früh­zei­tig vom Acker mach­te um einer spä­te­ren Block­sperre zu ent­gehen, folg­ten wir im Dau­er­re­gen wei­ter­hin dem grot­tigen Ge­kicke auf dem Platz. Als fast nie­mand mehr mit einem Er­folg der Dort­munder rech­ne­te, fiel in der 83. Minute doch noch der er­lö­sende Aus­gleichs­tref­fer. Wirk­lich schlecht gespielt und doch noch eine Runde wei­ter­ge­kom­men, man muss auch mal Glück haben. Nachdem die 45-minütige Block­sperre ab­ge­ses­sen wur­de, ging es schließ­lich zu Fuß zum Haupt­bahn­hof, in der Hoff­nung dort ein Taxi zu er­gat­tern. Am Bahn­hof stan­den aber schon 100 wei­te­re Deutsche auf der Suche nach einer Fahr­ge­le­gen­heit nach Parma, Bologna oder wie in unse­rem Fall ins 8 Kilo­meter ent­fernte Cavriago. Das grund­le­gende Problem an der Sache war, dass qua­si kei­ne ver­füg­ba­ren Taxis in Reggio Emilia abruf­bar waren. Nach quä­len­den zwei Stunden Warte­zeit erwisch­te man dann doch noch das schein­bar ein­zig exis­tente Taxi der Stadt. Mitt­lerw­eile waren auch die Straßen 10 cm hoch mit Schnee bedeckt, sodass es nur in Schritt­ge­schwin­dig­keit vor­wärts ging und erst gegen halb 3 unse­re Unter­kunft erreicht wur­de. Dort wur­den sämt­liche Kla­mot­ten zum Trock­nen auf­ge­hangen, bevor es schnellst­mög­lich ins Bett ging um sich wie­der etwas auf­zu­wär­men und drin­gend be­nö­tig­ten Schlaf nach­zu­holen.

PFK Botev Plovdiv – Beitar Jerusalem FC 4:0


20.07.2017
UEFA Europa League (Qualifikation 2. Runde)
Stadion Lazur, Burgas (BUL)
Zuschauer: 6.400

Zur zwei­ten Quali­fi­ka­tions­runde der Europa League plan­ten Fabi und ich einen neu­en Län­der­punkt ein­zu­tü­ten. So schiel­ten wir in Richtung Bulgarien und ent­schie­den uns dazu die viel­ver­spre­chen­de Partie zwi­schen Levski Sofia und Hajduk Split anzu­steu­ern. Einen Tag nach dem wir die Flüge nach Sofia gebucht hat­ten, hör­ten wir dann von der Hiobs­bot­schaft. Das Spiel soll­te unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt­fin­den. Für uns ein Schlag ins Gesicht! Schnell wur­den die Spielpläne gecheckt und mit dem Euro­pa­pokal­spiel von Botev Plovdiv wur­de ein akzep­ta­bler Ersatz gefun­den. Etwas pro­ble­ma­tisch dabei war jedoch, dass das neu ange­peil­te Spiel in der von Sofia 400 Kilometer ent­fern­ten Küsten­stadt Burgas statt­fin­den soll­te. In Burgas des­we­gen, weil die momen­ta­ne Heim­spiel­stätte in Plovdiv durch ihre zu gerin­ge Kapazität für inter­na­tio­na­le Spiele nicht in Frage kommt. Dazu aber spä­ter mehr.
Am frü­hen Mitt­woch­nach­mittag star­te­ten wir mit dem pin­ken Billig­bomber von Wizz Air in Frankfurt am Main und lan­de­ten knapp 2 ½ spä­ter Stunden gegen 18 Uhr am Airport in Sofia. Dort ange­kom­men hieß es zunächst die Metro-Station zu fin­den. Da wir uns am stark herunter­ge­kommenen Terminal 2 befan­den, muss­ten wir zunächst zwei Kilometer lat­schen um das neue­re Terminal 1 und damit auch die Metro-Station zu errei­chen. Für klei­nes Geld kauf­ten wir uns ein Ticket in die Innenstadt und weil uns noch ein paar Stunden Zeit blie­ben, soll­te noch etwas Sight­seeing betrie­ben wer­den. An der Universität ver­lie­ßen wir die Bahn und bega­ben uns zum Wahrzeichen Sofias, der bekann­ten Alexander-Newski-Kathedrale. Die ortho­do­xe Kirche ist der Sitz des bul­ga­ri­schen Patri­archen und erscheint durch die vie­len Dach­kuppeln sehr prunk­voll. Wir schos­sen etli­che Bilder der Kathedrale und mach­ten uns auf den Weg zum nächs­ten Ziel. Dieses soll­ten das National­stadion und das Stadion von CSKA Sofia sein. Während das Stadion Vasil Levski nur von außen begut­ach­tet wer­den konn­te, stan­den die Tore im Stadion Bâlgarska Armija offen. Da aber jede Menge Szene-Leute von CSKA in Stadionnähe rum­lunger­ten und uns auch die ers­ten schie­fen Blicke erreich­ten, spar­ten wir uns auch das Spotten die­ses Grounds. Nun besorg­ten wir uns Bier und etwas Ess­bares für die spä­te­re Fahrt und mach­ten uns auf zum Hauptbahnhof, wo um 22:45 Uhr der Nachtzug nach Burgas ein­fah­ren soll­te. Für 20,90 Lew, umge­rech­net ca. 10 €, sicher­ten wir uns schon im Vorfeld unse­re Plätze in einem Abteil für 8 Personen, wel­ches wir uns mit zwei wei­te­ren bul­ga­ri­schen Mitfahrern teil­ten. Gegen Mitternacht roll­te der Zug dann auch end­lich mit einer Verspätung von über einer Stunde los. Wir ver­nich­te­ten noch schnell ein paar Büch­sen Bier, bevor wir uns soweit mög­lich etwas Schlaf gönn­ten.
Nach einer viel zu kur­zen Nacht stan­den wir am nächs­ten Morgen ein wenig unaus­ge­schla­fen in Burgas, der viert­größ­ten Stadt Bulgariens. Als ers­tes woll­ten wir uns das Stadion Chernomorets anschau­en. Der lang­jäh­rig in der ers­ten bul­ga­ri­schen Liga spie­len­de Chernomorets Burgas trug dort von 1954 bis 2006 sei­ne Heimspiele aus. Nach 2006 soll­te das Stadion eigent­lich durch eine moder­ne Arena ersetzt wer­den, doch wegen des Absturzes von Chernomorets in die unters­te Klasse des bul­ga­ri­schen Fußballs hat sich bis heu­te nichts am Stadion getan und die lee­ren Ränge wur­den lang­sam, aber sicher von der Natur zurück­er­obert. Nach einem 20-minütigen Fuß­marsch erreich­ten wir unser Ziel und beschaff­ten uns uner­laubt Einlass ins Innere des Lost Grounds. Eigentlich scha­de, dass in die­ser gei­len Schüssel in naher Zukunft kein Fußball mehr gespielt wird. Nachdem wir eine gute hal­be Stunde im völ­lig zu­ge­wucher­ten Stadion ver­bracht hat­ten, ging es mit dem Bus zurück in die City. Dort schlen­der­ten wir ein wenig durch die Fußgängerzone, früh­stück­ten erst­mal ordent­lich und mach­ten uns anschlie­ßend auf zum Stadt­strand. Hier mach­ten wir es uns in der Sonne bequem und hol­ten drin­gend benö­tig­ten Schlaf nach. Von 11-16 Uhr re­lax­ten wir dann in einer Strand­bar, in der wir uns so manch frisch ge­zapf­tes Burgasko in den Hals schraub­ten und die Aussicht auf das Schwarze Meer genos­sen. Im Anschluss dar­an soll­te im Happy Grill unser Hunger gestillt wer­den. Die Fleisch­ge­rich­te waren wirk­lich sehr lecker und mit den fast aus­schließ­lich hüb­schen, weib­li­chen Be­die­nungen gab es sogar noch was fürs Auge. Nach der aus­gie­bi­gen Stärkung soll­te es jetzt end­lich zum eigent­li­chen Grund der Reise gehen.
Im Stadion Lazur, der Heim­spiel­stätte des Zweit­li­gisten Neftochimic Burgas, fand am Abend das Heim­spiel von Botev Plovdiv gegen Beitar Jerusalem statt. Auf dem Weg zum Stadion gerie­ten wir in den Corteo der Israelis, was uns bereits einen klei­nen Vor­ge­schmack für spä­ter gab. Der Gäs­te­an­hang aus Jerusalem sang sich in bes­ter Laune ein und ließ dabei auch schon die ers­ten pyro­tech­nischen Gegenstände abbren­nen. Am Stadion ange­kom­men sicher­ten wir uns für 15 Lew Tickets für die Gegen­ge­rade und en­ter­ten den Ground. Das Stadion Lazur bie­tet ins­ge­samt Platz für 18.000 Zuschauer und war mit den heu­te anwe­sen­den 6.400 Zuschauern nicht annä­hernd gefüllt. Der Gäs­te­an­hang war mit knapp 600 Schlach­ten­bumm­lern hin­ge­gen gut ver­tre­ten. Wie erwar­tet mach­te der Gäste­block um die „La Familia“ zu Beginn ordent­lich Lärm, doch mit lau­fen­der Spiel­zeit flach­te das Ganze auf­grund des hohen Rück­stands lei­der immer wei­ter ab. Aber auch die Heimfans um die „Bultras“ sorg­ten für kon­ti­nu­ier­lich gute Stimmung und vor allem gegen Ende des Spiels stieg des Öfteren auch die gan­ze Gegen­gerade mit in die Gesänge ein. Vom Spiel her war das heu­te eine kla­re Angelegenheit. Der zwei­ma­li­ge bul­ga­ri­sche Meister und Pokal­sieger Botev Plovdiv fer­tig­te die Gäste aus Jerusalem mit 4:0 ab und war somit nach dem Remis im Hin­spiel sicher in der nächs­ten Runde der Europa-League-Qualifikation. Dort traf man auf CS Marítimo Funchal aus Portugal gegen die man sich mit einer Niederlage und einem Unentschieden geschla­gen geben muss­te.
Nach dem Spiel ging es noch kurz zurück in die Stadt um uns ein paar Cock­tails zu gön­nen. Um 1 Uhr war­te­te dann der Fern­bus der Firma Union-Ivkoni am Hauptbahnhof und brach­te uns für 25 Lew über Nacht zurück nach Sofia. Dort ging es mit der Metro auf direk­tem Weg zum Flughafen um die Heim­rei­se nach Deutschland anzu­tre­ten.

FC Progrès Niederkorn – Glasgow Rangers FC 2:0


04.07.2017
UEFA Europa League (Qualifikation 1. Runde)
Stade Josy Barthel, Luxemburg (LUX)
Zuschauer: 5.535

Seit mei­ner letz­ten Luxemburg-Tour war noch kei­ne Woche ver­gan­gen, da stand schon mein nächs­ter Besuch im Groß­herzog­tum an. Grund mei­nes erneu­ten Besuches war das Gast­spiel der Glasgow Rangers in der ers­ten Quali­fikations­runde der Europa League im Stade Josy Barthel. Da die eigent­li­che Heim­spiel­stätte von Progrès Niederkorn, mit nur einer Kapazität von 2.800 Zuschauern, die Anforderungen die­ser Partie nicht erfüllt, wur­de das Spiel ins National­stadion ver­legt. Das Stade Josy Barthel konn­te ich zwar schon vor eini­gen Jahren kreu­zen, den­noch woll­te ich mir das ers­te Europa­pokal­spiel der Rangers seit dem Zwangs­ab­stieg 2012 nicht neh­men las­sen.
Gerade weil das letz­te Spiel im Europa­pokal für die Rangers schon was län­ger her ist, rech­ne­ten wir mit einer hohen Anzahl von schot­ti­schen Fans. Um die 2.000 Schotten folg­ten ihrem Team nach Luxemburg und auch Be­flaggung der befreun­de­ten Hamburger war ver­ein­zelt im Stadion zu sehen. Support­mäßig star­te­te der Gäste­block um die Union Bears gut ins Spiel, doch lei­der über­trug sich die Stimmung nie auf die anlie­gen­den Blöcke und ebb­te im Laufe des Spiels immer wei­ter ab. Vom Support der Schotten hat­te man sich ehr­lich gesagt ein klei­nes biss­chen mehr erwar­tet. Überraschend für uns war hin­ge­gen die Unterstützung der Heimfans. Zu Beginn des Spiels wur­de von ihnen eine net­te Choreo aus schwar­zen und gel­ben Papp­tafeln, sowie den Vereins­initialen gezeigt. Danach betei­lig­ten sich stän­dig 50-60 Leute an Schlacht­rufen und Klatsch­ein­lagen, wel­che von einem Capo vor­ge­ge­ben wur­den.
Aber auch auf dem Platz reich­te es heu­te für eine Sensation. Progrès gewann das Spiel uner­war­tet mit 2:0 und zog nach der 1:0-Niederlage im Hinspiel erst­mals in die zwei­te Quali­fikations­runde ein. Im 14. Spiel war der heu­ti­ge Sieg zugleich der ers­te Sieg in der Europa­pokal-Geschichte von Progrès Niederkorn. Das Stadion stand Kopf und im Heim­block wur­de der Einzug in die nächs­te Runde mit dem Zünden gel­ber Rauch­töpfe gefei­ert.

CS Fola Esch – FC Milsami Orhei 2:1


29.06.2017
UEFA Europa League (Qualifikation 1. Runde)
Stade Émile Mayrisch, Esch-sur-Alzette (LUX)
Zuschauer: 989

Wie auch schon die Jahre zuvor zog es mich tra­di­tio­nell zu Beginn der neu­en Saison zu einem Spiel der Europa-League-Qualifikation nach Luxemburg. So nutz­te ich die Chance den letz­ten frei­en Platz im Auto von Hopping Orange Blue zu ergat­tern und zusam­men mit Björn, Dennis und Philipp ging es leicht beengt die 200 Kilometer nach Esch-sur-Alzette. Am Stadion ange­kom­men sicher­ten wir uns direkt für 10 € Sitzplatz-Tickets für die Gegen­gerade. Das Stadion von Fola Esch ver­fügt über eine klei­ne Haupt­tribüne und eine unüber­dachte mit Sitz­plätzen aus­ge­stattete Gegen­gerade, die über die kom­plet­te Längs­seite geht.
Heutiger Gast im Stade Émile Mayrisch war der ein­ma­li­ge moldau­ische Meister FC Milsami Orhei, der in der letz­ten Saison den drit­ten Platz der Divizia Națională beleg­te. In der ers­ten Halb­zeit war das Spiel­ge­sche­hen rela­tiv ein­seitig zuguns­ten von Fola, was mit einem frü­hen Füh­rungs­treffer und einem spä­te­ren Füh­rungs­ausbau belohnt wur­de. Erst in der zwei­ten Hälfte kamen die Gäste aus Moldawien bes­ser ins Spiel, aber trotz­dem reich­te es nur noch zum 2:1-Anschluss­treffer in der 81. Spiel­minute. Durch das Unent­schie­den im Rück­spiel zog Fola Esch schließ­lich in die zwei­te Quali-Runde ein, in der noch Inter Baku aus Aserbaidschan aus­ge­schal­tet wur­de. In der drit­ten Runde war dann aber Schluss und man muss­te sich gegen den schwe­dischen Erstligisten Östersunds FK geschla­gen geben.

FC Schalke 04 – PAOK Thessaloniki 1:1


22.02.2017
UEFA Europa League (Sechzehntelfinale)
VELTINS-Arena, Gelsenkirchen
Zuschauer: 50.619

Da wegen der anste­hen­den Karnevalstage das Aufeinandertreffen zwi­schen Schalke und PAOK von Schwerdonnerstag auf Mittwoch 18 Uhr vor­ver­legt wur­de, hieß es für uns früh­zei­tig auf­zu­bre­chen um den all­täg­li­chen Feier­abendverkehr zu umge­hen. Deshalb plan­ten wir heu­te 4 Stunden ein, obwohl die Strecke nor­ma­ler­wei­se in unter 2 Stunden zu schaf­fen ist. Trotzdem fuh­ren wir von einem Stau in den nächs­ten, sodass wir erst gegen 17 Uhr Gelsenkirchen erreich­ten. In Gelsenkirchen selbst wur­de es aller­dings nicht bes­ser und so ging es im Schneckentempo wei­ter Richtung Stadion. Schließlich hät­te man ziem­lich genau mit Anpfiff des Spiels das Stadion geen­tert, wenn man in Stadionnähe einen Parkplatz gefun­den hät­te. Dies war natür­lich nicht der Fall, also ging es wei­ter auf Parkplatzsuche. Als man dann einen kilo­me­ter­weit ent­fern­ten Parkplatz gefun­den hat­te, fing es der­ma­ßen an zu pis­sen, dass man am liebs­ten direkt im Auto sit­zen­ge­blie­ben wäre. Trotzdem hieß es raus aus der Karre und ab ins Stadion.
Zur 25. Minute saßen wir also klitsch­nass bis auf die Socken und die Unterhose auf unse­ren Plätzen. Aber nicht nur des­we­gen waren wir erheb­lich ange­pisst, denn auf Schalker Seite rech­ne­ten wir heu­te mit der ange­kün­dig­ten Eurofighter-Choreo zu Ehren des Europapokalgewinns vor 20 Jahren und wir waren noch im Glauben die­se ver­passt zu haben. Später erfuh­ren wir zwar, dass die Choreo heu­te nicht gezeigt wur­de, aber eini­ge Spruchbänder ver­pass­ten wir trotz­dem zu Beginn des Spiels. Aber auch wäh­rend des Spiels wur­den immer wie­der Spruchbänder vor­ge­führt. Aufgrund des umstrit­te­nen Polizeieinsatzes im Jahr 2013 wur­de von den Hugos der Spruch „Verletzte durch Polizei: 89, Verletzte durch Fans: 0, Aufarbeitung 0, Eier vom Vorstand: 0“ prä­sen­tiert, zudem gab es einen gro­ßen ACAB-Schriftzug zu sehen. Da der dama­li­ge Polizeieinsatz aus­ge­lös­te wur­de, weil die „Komiti Skopje“-Fahne im Block auf­ge­han­gen wur­de, gab es dies­mal den Aufruf vom Verein kei­ne pro­vo­zie­ren­den Fahnen mit­zu­brin­gen. Trotzdem schaff­te es die Zaunfahne der befreun­de­ten Ultras von Vardar Skopje wie­der in den Heimblock und zusam­men mit dem „Fucking PAOK Fans“-Spruchband wur­den eini­ge Mazedonien-Flaggen und der Stern von Vergina auf rotem Grund gezeigt. Auch die Fans von PAOK, wel­che teil­wei­se sehr laut wur­den und zah­len­mä­ßig sehr gut ver­tre­ten waren, lie­ßen es sich nicht neh­men ihre Abneigung gegen­über der Heimfans zu äußern. Unter ande­rem prä­sen­tier­ten sie den Stern von Vergina auf blau­em Grund, wel­cher für die grie­chi­sche Region Makedonien steht.

VfL Borussia Mönchengladbach – FC Barcelona 1:3

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28.09.2016
UEFA Youth League (Gruppe C, 2. Spieltag)
Fohlenplatz, Mönchengladbach
Zuschauer: 1.332

BV Borussia Dortmund – PAOK Thessaloniki 0:1

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10.12.2015
UEFA Europa League (Gruppe C, 6. Spieltag)
Signal Iduna Park, Dortmund
Zuschauer: 55.200

FC Thun – Hapoel Be’er Scheva 2:1

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23.07.2015
UEFA Europa League (Qualifikation 2. Runde)
Stockhorn Arena, Thun (SUI)
Zuschauer: 4.017

Royal Charleroi SC – Beitar Jerusalem FC 5:1

Rsc_charleroi Beitar_Jerusalem_FC
16.07.2015
UEFA Europa League (Qualifikation 2. Runde)
Stade du Pays de Charleroi, Charleroi (BEL)
Zuschauer: 10.175

F91 Dudelange – University College Dublin AFC 2:1

F_91_Dudelange University_College_Dublin_FC
09.07.2015
UEFA Europa League (Qualifikation 1. Runde)
Stade Jos Nosbaum, Dudelange (LUX)
Zuschauer: 1.245

FK Dnipro Dnipropetrovsk – Sevilla FC 2:3

FC_Dnipro_Dnipropetrovsk FC_Sevilla
27.05.2015
UEFA Europa League (Finale)
Stadion Narodowy, Warschau (POL)
Zuschauer: 45.000

HNK Rijeka – Royal Standard de Liège 2:0

HNK_RijekaStandardLiege
27.11.2014
UEFA Europa League (Gruppe G, 5. Spieltag)
Stadion Kantrida, Rijeka (CRO)
Zuschauer: 8.950