24.11.2018
1. Celostátní liga doros­tu U17 (14. Spieltag)
Velký stra­hovs­ký sta­di­on, Prag (CZE)
Zuschauer: 200

Da ich gegen Ende des Jahres mal wie­der für einen län­ge­ren Zeit­raum im ober­frän­ki­schen Kronach weil­te, dräng­te sich lo­gi­scher­weise auch ein er­neu­ter Ab­ste­cher ins be­nach­barte Honza­land auf. Am frü­hen Frei­tag­mit­tag ging es somit direkt von der Arbeit nach Bay­reuth, wo in der Nähe des Haupt­bahn­hofs bereits der Flix­bus gen Tsche­chien auf mich war­te­te. Nach einer ru­hi­gen und ent­spann­ten Fahrt stand ich 4 Stun­den spä­ter schließ­lich in der tsche­chi­schen Lan­des­haupt­stadt Prag. Mein sehr op­ti­mis­tisch aus­ge­leg­ter Plan, dem Sta­dion Juliska mit dem Dukla-Heim­spiel einen Re­vi­sit ab­zu­stat­ten, ging auf­grund zeit­li­cher Dis­kre­panz lei­der nicht auf, wes­halb es mich gleich in die Prager Alt­stadt zog. Dort gönn­te ich mir in einer der vie­len klei­nen Haus­brau­e­rei­en etwas gegen den auf­ge­kom­me­nen Hun­ger und be­gab mich im An­schluss lang­sam Rich­tung Un­ter­kunft. Da mir die alt­be­währ­te Na­vi­ga­tions-App auf mei­nem Handy kei­nen nen­nens­wer­ten Vor­teil einer ÖPNV-Nut­zung auf­zei­gen konn­te, ent­schied ich mich den Weg zum Hos­tel per pedes auf mich zu neh­men. Lei­der be­dach­te ich dabei nicht, dass sich das Hos­tel auf einer An­hö­he in Strahov be­fin­den soll­te, sodass ich ziem­lich froh war als ich das Ranz­hos­tel nach einem 30-mi­nü­ti­gen und schweiß­trei­ben­den Fuß­marsch end­lich er­reicht hat­te.

Die vom Vor­abend ver­hass­te Lage des Hos­tels durf­te sich am nächs­ten Mor­gen je­doch als Glücks­griff er­wei­sen. Da das für 11 Uhr an­ge­peil­te Spiel im be­nach­bar­ten Sta­dion Strahov aus­ge­tra­gen wur­de, war zu­nächst aus­schla­fen an­ge­sagt, be­vor man kurz vor Spiel­be­ginn ge­müt­lich ins an­lie­gen­de Sta­dion schlen­der­te. Das Sta­dion Strahov gilt als größ­tes Sta­dion der Welt und soll zu Spit­zen­zei­ten stol­ze 250.000 Zu­schau­er ge­fasst haben. Mitt­ler­weile ver­fügt es zwar nur noch über eine Ka­pa­zi­tät von 56.000 Zu­schau­ern, den­noch ist das Strahov-Stadion damit immer noch das größ­te Sta­dion in Tsche­chien. Der rie­sige Sport­kom­plex, wel­cher im In­ne­ren gan­ze 8 Spiel­fel­der vor­zu­wei­sen hat, ist zudem die Ge­schäfts­stelle von Sparta Prag, so­dass das Sta­dion im­mer­hin noch von der Zweit­ver­tre­tung sowie den Ju­gend­mann­schaf­ten von Sparta ge­nutzt wird. Am heu­ti­gen Tag trat die U17 von Sparta Prag auf dem Kunst­ra­sen­platz gegen die Nach­wuchs­ki­cker des Stadt­ri­va­len Slavia Prag an. Vor knapp 200 Fuß­ball­in­te­res­sier­ten sah man ein aus­ge­gli­che­nes Spiel, das schließ­lich mit einem leis­tungs­ge­rech­ten 1:1-Un­ent­schie­den en­de­te. Im an­schlie­ßen­den Elf­me­ter­schie­ßen agier­te die Heim­elf dann um ei­ni­ges ab­ge­zock­ter als die Gast­mann­schaft. Als Ge­win­ner die­ser tsche­chi­schen Eigen­art er­gat­ter­ten sich die Jungs von Sparta den sich dar­aus re­sul­tie­ren­den Extra­punkt, wo­durch man sich vor dem Geg­ner schließ­lich doch noch als Derby­sie­ger auf­spie­len konn­te.
Nach dem Spiel begab ich mich er­neut in die Prager Alt­stadt, um die­se auch bei Ta­ges­licht noch­mals ge­se­hen zu haben. Ei­ner­seits ist der Besuch die­ser schon zu emp­feh­len. An­de­rer­seits ist es dort so über­lau­fen, dass die an­we­sen­den Touri-Mas­sen fast schon als stö­rend emp­fun­den wer­den kön­nen. Zum Glück stand kur­ze Zeit spä­ter be­reits das nächs­te Spiel auf der Ta­ges­ord­nung, sodass ich nicht all­zu lan­ge in der City aus­har­ren muss­te.