08.09.2018
TFF 3. Lig, 2. Grup (2. Spieltag)
Dr. Fehmi Öncel Stadı, Tekirova (TUR)
Zuschauer: 250

Nur zwei Tage nach mei­ner Rück­kehr aus der Uk­ra­ine stand für mich be­reits die nächs­te Reise an. Zu­sam­men mit mei­nem Bru­der buch­te ich spon­tan einen ein­wö­chi­gen Ur­laub an der tür­ki­schen Ri­vi­e­ra. Ob­wohl der Fuß­ball hier nicht im Vor­der­grund ste­hen soll­te, kam lo­gi­scher­wei­se auch hier der Ur­laubs­hop­per aus mir he­r­aus. Lei­der war der Zeit­punkt un­se­res Auf­ent­hal­tes auf­grund der Län­der­spiel­pause ziem­lich un­güns­tig, so­dass Spiele von Ver­ei­nen wie Anta­lya­spor oder Alanya­spor von vorn­he­r­ein aus­ge­schlos­sen waren. Den­noch wur­de ich mit einem Spiel der vier­ten Liga fün­dig. Nach einem aus­gie­bi­gen Früh­stück mach­ten wir uns so im Miet­wa­gen auf ins 120 Ki­lo­me­ter ent­fern­te Kemer. Auf hal­ber Stre­cke leg­ten wir noch einen Stopp in Anta­lya ein, um mit der Seil­bahn auf den Tünektepe zu fah­ren. Von dort oben hat­te mei­nen einen atem­be­rau­ben­den Aus­blick auf die Mil­li­o­nen­stadt Anta­lya auf der einen und das Tau­rus­ge­bir­ge sowie den Golf von Anta­lya auf der an­de­ren Seite. Nach­dem wir die gran­di­ose Aus­sicht für eine Weile ge­nos­sen hat­ten, ging es für uns wei­ter ins be­schau­li­che Teki­rova. Der Ort liegt in der Nähe von Kemer und ist haupt­säch­lich durch den Tou­ris­mus ge­prägt. Teki­rova ist gleich­zei­tig aber auch der Aus­tra­gungs­ort für die Spiele des tür­ki­schen Viert­li­gis­ten Kemer­spor 2003. Nach­dem ich mei­nen am Vier­tliga-Fuß­ball des­in­te­res­sier­ten und semi-be­geis­ter­ten Bru­der am Strand von Teki­rova ab­ge­setzt hat­te, begab ich mich schließ­lich allei­ne zum Ort des Ge­sche­hens. Für 5 tür­ki­sche Lira, also we­ni­ger als 1 €, be­sorg­te ich mir am Sta­dion ein Ti­cket und en­ter­te den Ground. Mein kurz zuvor fürs Spiel ein­ge­kauf­tes Bier schaff­te es zwar nicht mit hi­nein, dafür durf­te ich aber eine Dose Sprite mit ins Sta­dion neh­men. Das Dr. Fehmi Öncel Stadı liegt am Rande des Tau­rus­ge­bir­ge und bie­tet Platz für ca. 4.000 Zu­schau­er. Das Sta­dion ist dabei lei­der nur auf einer Seite aus­ge­baut. Dort be­fin­det sich eine grö­ßere, über­dachte Stahl­rohr­tri­büne und di­rekt da­ne­ben noch­mal eine klei­nere Ver­sion als Gäs­te­sek­tor. Wie man schon im Ver­eins­na­men er­ken­nen kann, wur­de Kemer­spor erst im Jahr 2003 ge­grün­det, schaff­te aber be­reits 2009 den Sprung in die nied­rigs­te tür­ki­sche Pro­fi­liga. So geht man seit­dem dau­er­haft in der viert­klas­si­gen TFF 3. Lig an den Start. Zum heu­ti­gen Spiel ge­gen Van BB nah­men den­noch nicht mehr als 250 Zu­schau­er auf der Tri­büne Platz. Iro­ni­scher­weise war die Staats­macht im Kon­t­rast dazu sehr gut ver­tre­ten. Gut und ger­ne 50 Cops waren hier im Ein­satz, was auf 5 Zu­schau­er im Schnitt einen Po­li­zei­be­am­ten aus­mach­te. Das Stramm­ste­hen und Sa­lu­tie­ren die­ser wäh­rend der tür­ki­schen Na­tio­nal­hymne gab zudem ein un­ge­wohn­tes Bild ab. Ob ein der­ar­ti­ges Po­li­zei­auf­ge­bot bei tür­ki­schen Viert­liga­spie­len nor­mal ist, kann ich euch lei­der nicht sagen. Die Gäste aus der ost­ana­to­li­schen Stadt Van wur­den wäh­rend­des­sen von knapp 25 Fans be­glei­tet. Für eine An­rei­se von min­des­tens 18 Stun­den mit dem Auto fand ich die An­zahl an Gäs­te­fans gar nicht mal schlecht für einen Viert­li­gis­ten. Wenn ich die An­rei­se­wege in der tür­ki­schen vier­ten Liga sehe, scheint mir die Staf­fel­auf­tei­lung aber ge­ne­rell eher sinn­be­freit. Neben zwei Tür­kei-Flag­gen hing im Gäs­te­block zudem ein selbst­ge­mal­tes Ban­ner, auf dem über­setzt „Wir wer­den über­all sein, wohin du auch gehst“ ge­schrie­ben stand. Des Wei­te­ren konn­ten die Gäs­te­fans hin und wie­der akus­tisch auf sich auf­merk­sam machen und so für ein we­nig Stim­mung im Sta­dion sor­gen. Auch auf dem Platz waren die Gäste heu­te das bes­sere Team. So war Van BB über­wie­gend spiel­an­ge­bend und konn­te die drei Punkte am Ende als ver­dien­ter Sie­ger mit nach Hause neh­men. Nach dem Spiel sam­mel­te ich mei­nen Bru­der wie­der am Strand ein und mach­te mich auf den Rück­weg zu un­se­rem Ho­tel nach Manavgat.