24.02.2018
Serie A (26. Spieltag)
Stadio Renato Dall’Ara, Bologna (ITA)
Zuschauer: 16.383

Auf­grund des gro­ßen Zeit­pols­ters bis zum Spiel konn­te ich heu­te etwas län­ger im Bett lie­gen blei­ben. Erst um kurz nach 11 Uhr ver­ließ ich das Hostel um mich zum Haupt­bahn­hof auf­zu­ma­chen. Von dort ging es für 7 € die 100 Ki­lo­me­ter in die emilia-romagnische Haupt­stadt Bologna. In Bologna ange­kommen ging es erst­mal auf Nah­rungs­su­che. In einer klei­nen Piz­ze­ria ge­neh­migte ich mir eine im Ver­gleich zum Vor­tag ge­schmackl­ich an­spre­chen­dere Pizza und ein Birra Moretti La Rossa. An­schlie­ßend wur­den sich die Se­hens­wür­dig­kei­ten der Stadt an­ge­schaut. Dazu ging es an den Piazza Maggiore, an dem sich die Basi­lika San Petronio befin­det und an die zwei schie­fen Türme Garisenda und Asinelli. Vor allem die bei­den schie­fen Türme hat­ten es mir wirk­lich ange­tan. Sie sind das Wahr­zei­chen der Stadt und die letz­ten Über­bleib­sel von einst 180 Ge­schlech­ter­tür­men in Bologna. Der Torre del­la Garisenda hat eine Höhe von 48 Me­tern und der Torre degli Asinelli eine Höhe von stol­zen 97 Me­tern bei einer Nei­gung von jeweils 2-3 Me­tern. Ein Wort­spiel zum Garisenda ver­kneife ich mir jetzt ein­fach mal!
Da ich nicht wuss­te wie die Ti­cket­si­tua­tion für das heu­ti­ge Spiel aus­sah, begab ich mich früh­zei­tig zum Stadion. Schließ­lich stand ich ohne Not­wen­dig­keit zwei Stunden vor Spiel­be­ginn an den Sta­dion­to­ren. Für 40 € kauf­te ich mir erneut ein Ti­cket für die Ge­gen­ge­rade und mach­te mich mit dem Sta­dion­um­feld ver­traut. Schon die äuße­re Fas­sade des Sta­dions gefiel mir recht gut, das Innere war aller­dings ein ab­so­lu­ter Traum. Das weit­läu­fige Rund des Stadio Renato Dall’Ara ist nur auf einer Seite über­dacht und be­son­ders der Turm ober­halb der Ge­gen­ge­rade macht das Sta­dion wirk­lich se­hens­wert. Etwas mehr als 16.000 Zu­schauer fan­den sich heu­te auf den Rängen ein, wodurch das Sta­dion jedoch nicht an­nä­hernd ge­füllt war. Ver­gli­chen mit den rest­lichen Blö­cken war die Curva Bulgarelli, die Heim­kurve Bolognas, hin­ge­gen gut besucht. Mit vie­len gro­ßen Schwen­kern und einer Pyro­show zu Beginn des Spiels gab die Heim­kurve ins­ge­samt ein gutes Bild ab. Auf der ande­ren Seite fan­den ca. 400 aus Genua an­ge­reiste Tifosi den Weg in den Gäs­te­block. Der Gäs­te­mob leg­te eben­falls gut los, konn­te aber nicht an die Laut­stärke der vor­herr­schen­den Heim­fans an­knüp­fen. Auch auf dem Rasen war Bologna ton­an­ge­bend und sieg­te am Ende mit einem in der Höhe ver­dien­ten 2:0. 3 wich­ti­ge Punkte für die Rossoblù, die mo­men­tan aller­dings nur im Mit­tel­feld der Serie A rum­düm­peln. Ins­ge­samt hat der 7-fache ita­lie­ni­sche Meis­ter und zwei­fache Po­kal­sie­ger schon bes­se­re Zeiten erlebt. Der letz­te gro­ße Ti­tel­ge­winn liegt schon 40 Jahre zurück und auch ins in­ter­na­tio­nale Ge­schäft schaff­te man es zuletzt Anfang des neu­en Jahr­tau­sends.
Nach dem Spiel ging es zurück an den Haupt­bahn­hof, wo ich mich mit einem letz­ten Birra men­tal auf die 16-stündige Bus­fahrt zurück ins Rhein­land vor­be­rei­tete. Er­schöpft, aber durch­aus zu­frie­den erreich­te man am Fol­ge­tag die ge­liebte Stadt an Rhein und Mosel, wo man gleich von ver­strahl­ten und pö­beln­den Junkies emp­fan­gen wur­de. Schön wie­der zu Hause zu sein!